Klimakonferenz : Merkel und Ban fordern Welt zum Handeln auf

Kanzlerin Merkel und UN-Generalsekretär Ban haben für internationale Lösungen zum Kampf gegen den Klimawandel plädiert. Bewege sich die Welt nicht, seien "verheerende Folgen" abzusehen. Auch die USA bekannten sich zum Klimaschutz.

Merkel
Überzeugungsarbeit: Angela Merkel vor den Vereinten Nationen. -Foto: dpa

New YorkBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen die Welt nachdrücklich zu einem entschiedenen Vorgehen gegen den Klimawandel aufgerufen. "Der Klimawandel wird zu dramatischen Schäden führen, wenn wir nicht entschlossen handeln", sagte Merkel in New York. Vor "verheerenden Folgen" warnte auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, wenn die internationale Gemeinschaft nicht rechtzeitig zur Tat schreite. US-Außenministerin Condoleezza Rice bekannte sich klar zu einem Klimaschutz unter dem Dach der Vereinten Nationen, machte aber deutlich, dass die USA mehr auf neue Technologien als auf den Abbau von Treibhausgasen setzen.

Vor Spitzenpolitikern aus 150 Ländern verwies Merkel auf die wachsenden Gefahren durch Überflutungen und Dürrekatastrophen und auf erwartete Wohlstandseinbußen von bis zu 20 Prozent. Die Kanzlerin erneuerte ihren Vorstoß, in Zukunft jedem Menschen auf der Welt nur noch die gleiche Menge an Kohlendioxid-Ausstoß zuzugestehen. Im Gegensatz zur momentanen Haltung der USA sprach sie sich auch für verbindliche Reduktionsziele und für einen weltweiten Emissionshandel aus. "Deutschland ist bereit, zum Klimaschutz seinen Beitrag zu leisten", lautete das Fazit der Kanzlerin.

Ban: Klimawandel nur transnational zu bewältigen

Ban sagte, die Wissenschaft habe die Gefahren der Erderwärmung klar genug belegt. "Die beispiellose Herausforderung durch den Klimawandel verlangt ein beispielloses Handeln. Und eine beispiellose Führerschaft", rief der UN-Chef den Teilnehmern zu. Keine Nation könne die Probleme alleine bewältigen. "Das ist genau die Art von globaler Herausforderung, für die die Vereinten Nationen am besten geeignet sind."

Ban, der den Klimaschutz zu einem seiner Hauptanliegen erklärt hat, wollte mit der Konferenz ein klares Signal für die Verhandlungen über die Fortschreibung des Kyoto-Protokolls im Dezember in Bali setzen. Dort müsse es einen "klaren Durchbruch" geben, damit die Vereinbarung von Kyoto 2012 durch ein weltweit ambitioniertes Klimaschutzabkommen abgelöst werden könne.

Merkel: Wir erzeugen Wohlstand auf andere Weise

In ihrer ersten Rede bei einem hochrangigen UN-Forum zeigte sich die Kanzlerin überzeugt, dass Klimaschutz und Wirtschaftswachstum durchaus vereinbar sind. Sie verwies darauf, dass Windenergie, Solarkraft, moderne Gebäudetechnik und benzinsparende Motoren bereits zur Verfügung stünden. "Wenn wir weltweit auf einen nachhaltigen Entwicklungspfad setzen, verzichten wir nicht auf Wohlstand. Wir erzeugen ihn auf eine andere Weise", sagte sie.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy forderte mit Blick auf die Bali-Konferenz klare Ziele für den Abbau der Treibhausgase. "Die Vorgabe von minus 50 Prozent bis zum Jahr 2050 muss absolute Priorität haben, um eine Weltkatastrophe zu vermeiden", sagte er. Es wäre "kriminell", nichts gegen die Klimaveränderungen zu tun. Auch die EU und die Vereinten Nationen wollen klare Zielvorgaben.

USA fordert "technologische Revolution"

Rice betonte dagegen: "Unsere Bemühungen sind auf die technologische Entwicklung ausgerichtet." Es müsse gelingen, die fossilen Brennstoffe durch saubere Energien zu ersetzen. "Die Welt braucht eine technologische Revolution." EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte: "Unser endgültiger Erfolg hängt davon ab, den CO2-Markt zu entwickeln."

Als erster Redner der Konferenz hob der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen einer "grünen" Politik hervor. In Kalifornien seien allein in diesem Jahr mehr als 1,1 Milliarden Dollar (rund 800 Mio Euro) in saubere Technologien investiert worden. Er gehe davon aus, dass dieser Betrag innerhalb der nächsten zehn Jahre um jährlich 20 bis 30 Prozent steige. "Reiche und arme Länder haben unterschiedliche Verpflichtungen. Aber eine Verpflichtung haben wir alle gemeinsam: Handeln, Handeln, Handeln", sagte er. (mit dpa)

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