Klimapolitik : Gabriel will Klima-Aktionsplan

Das Klima wird extremer in Deutschland. Deshalb will Bundesumweltminister Sigmar Gabriel einen nationalen Aktionsplan starten, der das Land zum Beispiel auf häufigere Überschwemmungen und längere Trockenperioden vorbereitet.

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Bundesumweltminister Sigmar Gabriel will Deutschland wetterfest machen. -Foto: dpa

Berlin Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will bis 2011 einen nationalen Aktionsplan zur Anpassung Deutschlands an den Klimawandel auf den Weg bringen. Das geht aus einem Entwurf Gabriels hervor.

Deutschland muss sich in den nächsten Jahrzehnten auf erhebliche Klimaveränderungen einstellen. In der vom Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossenen "Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel" geht die Bundesregierung von vermehrten Niederschlägen im Winter und weniger Regen im Sommer sowie von mehr Trockenheit im Osten aus.

Klima wird extremer

Gerechnet wird für Deutschland mit einer Erwärmung um 0,5 bis 1,5 Grad Celsius bis zum Zeitraum 2021 bis 2050 sowie um 1,5 bis 3,5 Grad bis zum Zeitraum 2071 bis 2100. Im Winter dürfte dies zu einer Zunahme der Niederschläge um durchschnittlich 40 Prozent führen. In einigen Mittelgebirgsregionen von Hessen, Rheinland-Pfalz und im Nordosten Bayerns können es sogar 70 Prozent mehr sein. Im Sommer sei hingegen von bis zu 40 Prozent weniger Regen auszugehen, wobei der Südwesten Deutschlands besonders betroffen sei.

Während es in zentralen Teile Ostdeutschlands, im nordostdeutschen Tiefland und in Südostdeutschland trockener werden könnte, werde für die Region der links- und rechtsrheinischen Mittelgebirge ein insgesamt niederschlagsreicheres Klima angenommen. Im Oberrheingraben könnten Hitzebelastungen häufiger und intensiver werden, zudem könnte die Hochwassergefahr steigen.

"Aktionsplan Anpassung"

In den Alpenregionen gehen den Prognosen zufolge die Gletscher zurück, die Schneesicherheit werde geringer mit entsprechend negativen Folgen für die Attraktivität von Wintersportgebieten. Die Gefahr von Steinschlägen und Muren könnte zunehmen. Für die Küstenregionen gebe es neue Gefahren durch den Meeresspiegelanstieg und mehr Stürme.

Die vom Kabinett verabschiedete Strategie listet den Beitrag des Bundes auf, um das EU-Ziel zu erreichen, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Für 15 Handlungsfelder und ausgewählte Regionen werden mögliche Klimafolgen und Handlungsoptionen aufgelistet. Bis Frühjahr 2011 will der Bund mit Ländern und anderen Akteuren einen "Aktionsplan Anpassung" erarbeiten. (bai/dpa/ddp)

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