Klimaschutz : Glos und Gabriel laden zum Klima-Dialog

Vor der UN-Klimakonferenz auf Bali im Dezember hat der Verhandlungsmarathon begonnen. Der Gleneagles-Dialog in Berlin ist der Auftakt. In den kommenden zwei Tagen soll über klimafreundliche Technologien und Investitionen in den Klimaschutz geredet werden.

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Rot und schwarz für das Klima. Sigmar Gabriel und Michael Glos laden zum Gleneagles-Dialog. -Foto: ddp

BerlinBundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will die Schwellen- und Entwicklungsländer zu Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen zum Klimaschutzprotokoll von Kyoto mit ins Boot holen, das im Jahr 2012 ausläuft. Derzeit seien Länder wie China und andere zwar grundsätzlich zum Dialog bereit, nicht aber zu formellen Verhandlungen, sagte Gabriel in Berlin zum Auftakt des dritten sogenannten Gleneagles-Dialogs über Klimawandel, saubere Energie und nachhaltige Entwicklung. Diese Haltung müsse sich bis zur UN-Klimakonferenz auf Bali am 13. und 14. Dezember ändern, forderte der Minister. Dort soll ein Verhandlungsmandat für ein Kyoto-Nachfolgeabkommen erreicht werden.
  
Zu dem zweitägigen Gleneagles-Dialog in Berlin hatten Gabriel und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) die Umwelt- und Energieminister der 20 wichtigsten Energieverbrauchsländer eingeladen, zu denen neben den Industriestaaten der G-8 auch Schwellen- und Entwicklungsländer wie etwa China, Brasilien, Indien, Indonesien oder Nigeria gehören. Das Berliner Treffen bildet Gabriel zufolge den Auftakt zum Verhandlungsmarathon vor Bali; Ziel sei es, Gemeinsamkeiten mit Blick auf die UN-Klimakonferenz zu erzielen. Alle Arbeitssitzungen in Berlin seien auf Bali ausgerichtet, sagte Gabriel.

Bekenntnisse in Heiligendamm sollen nicht nur Lippenbekenntnisse sein
  
Anfang Juni hatten sich die G-8-Staaten auf ihrem Gipfeltreffen in Heiligendamm unter Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) grundsätzlich dazu bekannt, unter dem Dach der Uno über ein solches Kyoto-Folgeabkommen zu verhandeln. Auch die lange widerstrebenden USA hatten erstmals zugestimmt, das konkrete Ziel einer Verringerung der Treibhausgase um mindestens 50 Prozent bis zum Jahr 2050 immerhin ernsthaft in Betracht zu ziehen.
  
Neben Beratungen über den politischen Rahmen für die Zeit nach Ende des Kyoto-Protokolls stehen auch Gespräche über die Verbreitung klimafreundlicher Technologien und über Investitionen in den Klimaschutz auf der Tagesordnung. Gabriel betonte, die Technologien und das Geld, die zum Kampf gegen den Klimawandel nötig seien, seien weitgehend vorhanden, "was fehlt, sind die richtigen politischen Rahmenbedingungen". Beim Gleneagles-Dialog werde daran gearbeitet, Investitionen in Klimaschutz-Technologien attraktiver zu machen. Glos erklärte: "Klimaschutz, Energieversorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit könnten gleichzeitig erreicht werden." Der Schlüssel seien effiziente Energietechnologien, mit denen bester Klimanutzen "bei größtmöglicher Kosteneffizienz" erreicht werden könne. (mit AFP)

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