Klimaschutz : Industrie muss CO2-Zertifikate ersteigern

Ab 2010 werden Zertifikate für den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) versteigert. Das hat das Bundeskabinett beschlossen als Beitrag zum Klimaschutz.

Laut Verordnung sollen jährlich 40 Millionen Emissionszertifikaten der Kraftwerksbetreiber in Deutschland für die Jahre 2010 bis 2012 versteigert werden. Das entspricht zehn Prozent der Menge, die den Betreibern von Kraftwerken erlaubt wird. Die restlichen 90 Prozent werden weiterhin kostenlos zugeteilt. Die Auktion soll in wöchentlich gleichen Mengen an einer der bestehenden Emissionshandelsbörsen stattfinden.

Nach 2012 sollen die Versorger und stufenweise auch die Industrie dazu gezwungen werden, alle benötigten CO2-Rechte zu kaufen. 2008 und 2009 wurden diese noch über die Staatsbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) direkt verkauft. Welche Börse die Versteigerung ab 2010 übernehmen darf, soll in einem Vergabeverfahren geklärt werden. Der Bundestag muss der Verordnung noch zustimmen.

Der Handel mit Emissionsrechten ist ein Instrument innerhalb der Europäischen Union, um den Ausstoß von Treibhausgas zu senken. Bislang wird der Großteil der Rechte noch vom Staat gratis vergeben. Allerdings müssen fehlende Zertifikate von den Unternehmen nachgekauft werden, überschüssige, die etwa wegen der Modernisierung von Anlagen entstehen, dürfen verkauft werden.

Der CO2-Emissionshandel war 2005 mit einer insgesamt kostenlosen Zuteilung der Zertifikate eingeführt worden - mit zahlreichen Ausnahmeregelungen. Umweltschützer war die Wirkung der ersten Phase auf den Klimaschutz zu gering. Von 2008 an wurden zehn Prozent der Zertifikate kostenpflichtig. In der dritten Periode ab 2013 geht der Handel völlig in die Hände der EU-Kommission
über. Dann müssen die Kraftwerksbetreiber die Papiere in vollem Umfang ersteigern. Experten rechnen dann mit einer erneuten Welle an Strompreiserhöhungen. Auch die sonstige Industrie soll Teile kaufen müssen - den Umfang muss die EU noch bestimmen.

Kohlendioxid entsteht bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie Kohle, Erdöl und Erdgas und zählt zu den sogenannten Treibhausgasen, die zur schädlichen Klimaerwärmung führen.

 
 

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