Politik : Klimaschutz spart Milliarden

A. Waldermann

Berlin - Durch eine aktive Klimaschutzpolitik können enorme volkswirtschaftliche Kosten vermieden werden. Dies geht aus dem aktuellen Vierteljahresbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vor. Demnach könnte allein Deutschland bis zum Jahr 2050 Schäden in Höhe von 800 Milliarden US-Dollar (rund 650 Milliarden Euro) abwenden. Weltweit belaufe sich das Einsparpotenzial sogar auf 200 Billionen Dollar, erklärte DIW-Umweltexpertin Claudia Kemfert. Die Kosten für einen verbesserten Klimaschutz fielen dagegen weit geringer aus.

Laut DIW ist in Deutschland in den nächsten hundert Jahren mit einem Temperaturanstieg von 3,3 Grad Celsius zu rechnen, falls keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Dies bedeute ein extremer werdendes Wetter und damit erhebliche Schäden für die Landwirtschaft und die Versicherungsbranche. Auch sei mit steigenden Energiekosten wegen des erhöhten Kühlbedarfs zu rechnen. Der Aufwand für das Gesundheitswesen könnte ebenfalls zunehmen – so wie bei der Hitzewelle in Frankreich 2003.

Vor allem bei der Reduktion des Klimagases Kohlendioxid (CO2) sieht Kemfert noch erheblichen Spielraum. So könnte die Emissionsminderung vorangetrieben werden, wenn die USA und China ab dem Jahr 2012 in ein Kyoto-Plus-Abkommen einbezogen würden. Bisher sind die beiden Staaten, die zu den größten Klimasündern zählen, dem Kyoto-Abkommen zum Klimaschutz nicht beigetreten.

Allerdings müsste den USA und China der Klimaschutz schmackhaft gemacht werden, erläuterte Kemfert. „Wir müssen Anreize schaffen.“ Dafür sei es nötig, dass China mit Emissionsrechten ausgestattet werde, die zunächst ein „Business-as-usual“ ermöglichen. Gleichzeitig sollten sich die EU-Länder, Japan und die USA auf eine Emissionsminderung von jährlich drei Prozent einigen. So könne China zum Kyoto-Beitritt bewegt werden, sagte Kemfert. Auch die USA würden dann nachziehen.

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