Klimaschutz : Spritfresser sollen für ihren Hunger bezahlen

Als die Grünen vor einigen Jahren einen höheren Benzinpreis forderten, protestierte das ganze Land. Heute scheinen solche Forderungen selbstverständlich. So sollen spritfressende Autos nach dem Willen des Umweltbundesamtes mit einer Spezialgebühr belastet werden.

Geländewagen
Spritfresser. Besitzer solcher Geländewagen sollen zukünftig stärker zur Kasse gebeten werden. -Foto: ddp

BerlinDas Umweltbundesamt fordert für spritfressende große Neuwagen wie Geländeautos eine zusätzliche Abgabe zum Schutz des Klimas. Dies könne zumindest für einen Übergangszeitraum ab 2012 zur Senkung des Verbrauchs beitragen, heißt es im jüngsten Jahresbericht des Umweltbundesamtes (UBA). Zur Erforschung der Einzelheiten werde noch an einer Studie gearbeitet.

Der für die EU-Autoflotte künftig zulässige Kohlendioxid-Ausstoß solle an der jeweiligen Grundfläche (Länge mal Breite) der Fahrzeuge anknüpfen und nicht an Leistung, Hubraum oder Leergewicht. "Die Hersteller könnten mit gezielten Veränderungen dieser Größen den Grenzwert ohne eine echte CO2-Minderung relativ einfach erreichen", heißt es im Jahresbericht. Dagegen sei die Grundfläche des Pkw von den Anbietern nicht manipulierbar und so eine "stabile Basis für die CO2-Begrenzung." In Deutschland ist diese Regelung bereits beschlossene Sache.

Folge man in der EU diesem Vorschlag, sei eine zügige Ausweitung des Angebots wesentlich sparsamerer Neufahrzeuge zu erwarten. Damit würden die Emissionen von Kohlendioxid (CO2) bis 2012 um 20 Prozent gemindert. Dies entspricht der in der EU vereinbarten CO2-Verringerung auf 130 Gramm je Kilometer. In Deutschland sind es im Schnitt aller Pkw derzeit 164 Gramm. Weiter heißt es: "Für wenige verbrauchsintensive Pkw-Typen, die den ihrer jeweiligen Grundfläche geltenden Grenzwert ab dem Jahr 2012 nicht erreichen sollten", könnte neben der Kfz-Steuer vorübergehend eine Abgabe erhoben werden.

Die EU-Kommission arbeitet derzeit an den Einzelheiten zur CO2-Festlegung für die Autoflotte. Nach bisherigen Erklärungen sollen große Fahrzeuge nicht schlechter gestellt werden als kleine und Mittelklasse-Fahrzeuge. Die Regelungen sollen möglichst bis zum Jahresende unter Dach und Fach sein. (mit dpa)

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