Klimaschutz : Umweltminister Gabriel: 50.000 Euro für Solo-Flug

Die Grünen und der Bund der Steuerzahler üben starke Kritik an Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Laut einem Medien-Bericht soll Gabriel alleine von Mallorca zu einer Kabinettssitzung nach Berlin geflogen sein. Die Kosten beliefen sich angeblich auf 50.000 Euro.

Sigmar Gabriel Foto: ddp
Sigmar Gabriel ist kein gutes Vorbild für den Klimaschutz. -Foto: ddp

HamburgSigmar Gabriel macht mit einer Aktion von sich reden, die so gar nicht im Zeichen des Klimaschutzes steht. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, ließ sich der Umweltminister von Mallorca nach Berlin und von Hannover wieder zurück auf die spanische Ferieninsel fliegen. Gabriel war der einzige Passagier in der eigens dafür bereit gestellten Challenger der Bundeswehr. Die Maschine kann jedoch bis zu 20 Insassen transportieren. Neben den Kosten von 50.000 Euro fällt im Zusammenhang mit dem von Gabriel stets propagierten Klimaschutz vor allem folgendes negativ auf: Der Ausstoß an Kohlendioxid für so eine Reise beträgt rund 44 Tonnen.

Air Berlin hatte noch Plätze frei

Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Bärbel Höhn, sagte in "Bild": "Reden und Handeln beim Klimaschutz lagen bei Herrn Gabriel schon immer meilenweit auseinander." Nach Recherchen der Zeitung hätte Gabriel zumindest für die Rückreise nachmittags auch einen Air-Berlin-Flug mit noch mehreren freien Plätzen nehmen können. Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, empfahl Gabriel "dringend, die Richtlinien zu lesen. Dann wüsste er, wer die Rechnung für den Flug zu bezahlen hat, nämlich er selber."

Kanzleramt wollte es angeblich so

Gabriel begründete den Mallorca-Flug auf Anfrage der Zeitung mit einem Wunsch des Kanzleramtes. Er habe seinen Urlaub unterbrechen sollen, um die Beschlussfähigkeit des Kabinetts zu gewährleisten. "Im Zusammenhang mit dieser Unterbrechung habe ich weitere Dienstgeschäfte erledigt", betonte der Minister. (cp/dpa)

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