Politik : Klimaschutzkonferenz: Chirac kritisiert USA

Der niederländische Ministerpräsident Wim Kok hat bei der Internationalen Klimaschutzkonferenz in Den Haag mehr Finanzhilfen für Entwicklungsländer gefordert. Die Industriestaaten müssten den Ländern, die den Folgen der Klimaveränderungen schutzlos ausgeliefert seien, "spürbare Hilfen" zur Verfügung stellen, sagte Kok zum Auftakt der Ministerkonferenz auf dem Klimagipfel. Der französische Präsident Jacques Chirac und amtierende EU-Präsident forderte ein "rasches Handeln" gegen die globale Erderwärmung. Er rief vor allem die USA als Verantwortliche für ein Viertel der Schadstoffemissionen weltweit auf, sich für ein Energie sparendes Wirtschaftssystem einzusetzen. Mehr als 100 Umweltminister aus aller Welt wollen in den kommenden fünf Tagen in Den Haag über die Umsetzung des Klimaschutzprotokolls von Kyoto aus dem Jahr 1997 beraten.

Die Niederlande kündigten Finanzhilfen in Höhe von umgerechnet mehr als 183 Millionen Mark für die Entwicklungsländer an. Auch Chirac forderte mehr Mittel für den 1991 gegründeten Umweltfonds der UN und der Weltbank, um die Umsetzung des Protokolls von Kyoto zu ermöglichen. Das Protokoll schreibt 38 westlichen und osteuropäischen Ländern eine Verringerung von sechs Treibhausgasen um durchschnittlich 5,2 Prozent bis 2010 im Vergleich zu 1990 vor. Es wurde jedoch erst von 29 Ländern ratifiziert. Die Chancen für eine Einigung auf der Klimakonferenz sind nach den Worten des niederländischen Umweltministers Jan Pronk eher gering. Es gebe mehr Streitpunkte als Übereinstimmungen, sagte er.

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