Klimawandel : UN: Energieverbrauch steigt bis 2025 um 50 Prozent

Gut drei Wochen nach der Vorlage von Teil zwei des Klimaberichts haben die Experten des Weltklimarats in Bangkok mit Beratungen über eine Strategie gegen die Erderwärmung begonnen.

Bangkok - Der weltweite Energieverbrauch wird nach Berechnungen der Vereinten Nationen (UN) in den kommenden 25 Jahren noch einmal um 50 Prozent ansteigen. Etwa zwei Drittel davon dürften auf Entwicklungsländer entfallen, in denen 2,4 Milliarden Menschen bis heute auf Holz und Dung für ihre Energieversorgung angewiesen sind. Derzeit sei noch jeder vierte Erdbewohner ohne Elektrizität, hieß es am Montag zum Auftakt der 15. Jahrestagung der Kommission für Nachhaltige Entwicklung (CSD) in New York.

Ziel der Konferenz sei es, am Ende der Woche sagen zu können, dass "wir Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sind", erklärte der Kopräsident des Weltklimarats Ogunlade Davidson zum Auftakt der internationalen Konferenz. Der Weltklimarat (IPPC) will den dritten und letzten Teil seines Weltklimaberichts am Freitag vorlegen. Darin sollen Wege zur Reduzierung des Treibhausgases Kohlendioxid aufgezeigt werden.

Rund 400 Wissenschaftler und Experten aus 120 Ländern werden während des fünftägigen Treffens in der thailändischen Hauptstadt über den 24-seitigen Text-Entwurf beraten. In dem Entwurf wird darauf hingewiesen, dass die Politik nur wenig Zeit zum Handeln habe. Die Instrumente zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen existierten jedoch bereits: Erneuerbare Energie, Atomkraft, Bio-Brennstoffe und die Wiederaufforstung der Wälder. Auf Grund der Änderungswünsche verschiedener Teilnehmer werde das Papier in den anstehenden Debatten aber "komplett neugeschrieben", kündigte ein IPCC-Sprecher an.

Obergrenze zur Dämpfung der CO2-Emission

Die Delegierten erwarten harte Verhandlungen. "Wir alle wissen, dass der Rat politisiert worden ist. Es ist manchmal wie eine Schlacht", sagte ein Gesandter einer afrikanischen Nation. Die Gespräche seien "sehr frustrierend", weil jedes Land seine eigenen wirtschaftlichen und politischen Interessen vertrete, sagte Peter Lukey, ein Delegierter des südafrikanischen Umweltministeriums. Die chinesische Regierung machte deutlich, dass sie ein Ergebnis im Sinne von Industrie- aber auch Entwicklungsländern wünsche. "Ich hoffe, dass dieses Treffen ausgewogene Meinungen erzeugen wird", sagte Sun Guoshon vom Außenministerium in Peking.

Einer der Hauptstreitpunkte während der Beratungen dürfte sein, inwieweit Steuern und die Festlegung von Obergrenzen zur Dämpfung der CO2-Emissionen eingesetzt werden sollen. Auch der so genannte Carbon Price, mit dem bereits Konsumenten und Hersteller für die Umweltbelastung der von ihnen gekauften beziehungsweise hergestellten Produkte aufkommen sollen, dürfte strittig bleiben. Umweltschutzorganisationen dürften sich gegen jede Erwähnung der Atomenergie in dem Bericht sperren.

Nachfolgeregelung für das Kyoto-Protokoll

Im ersten Teil seines Berichtes im Februar hatte der Weltklimarat vorhergesagt, dass die Temperaturen zum Ende des Jahrhunderts um 1,8 bis vier Grad steigen würden. Im zweiten Teil warnten die IPCC-Experten vor den dramatischen Folgen des Klimawandels. Der dritte Teil wird sich auf die Lösungsansätze konzentrieren. Bis 2080 werden den Experten zufolge 3,2 Milliarden Menschen rund um den Globus mit gefährlicher Trinkwasserknappheit zu kämpfen haben. Gleichzeitig werden Hungersnöte und Überschwemmungen vor allem arme Menschen heimsuchen.

Der IPCC-Bericht ist nicht bindend, sondern dient als als Orientierung für Regierungen und Internationale Organisationen. Er wird auch eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen über die Nachfolgeregelung für das Kyoto-Protokoll im Dezember auf Bali spielen. (tso/AFP)

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