Klinikärzte : Ärzte wollen mehr Geld für Bereitschaftsdienst

Die Klinikärztegewerkschaft Marburger Bund fordert fünf Prozent mehr Lohn und eine bessere Bezahlung für Bereitschaftsdienste.

Rainer Woratschka

Berlin - Zeitlich passe die Forderung bestens, meint Verbandschef Rudolf Henke, denn über Weihnachten müssten die Klinikärzte ja wieder ran. Die Klinikärztegewerkschaft Marburger Bund fordert diesmal für die 55 000 Mediziner an kommunalen Krankenhäusern nicht nur eine Gehaltssteigerung von fünf Prozent. Zusätzlich müssten die Ärzte im nächsten Jahr auch für ihre Bereitschaftsdienste „deutlich mehr“ Geld erhalten.

Im Schnitt verlangen die Funktionäre für die Nacht-, Wochenend- und Feiertagseinsätze Aufschläge von gut 30 Prozent. Bislang sei der anstrengende Bereitschaftsdienst, der sich in der Regel auf 24 Stunden am Stück beläuft, für Klinikärzte ein finanzielles „Nullsummenspiel“. Da der Bereitschaftsdienst nicht voll als Arbeitszeit gewertet werde, erhielten die Mediziner dafür unterm Strich kaum mehr als für ihren gewöhnlichen Acht- Stunden-Tag, rechnete Henke vor. Und das habe zur Folge, dass „die Bereitschaftsdienste von den Kliniken zunehmend als Ersatz für Vollarbeit missbraucht“ und mit nicht erledigter Tagesarbeit vollgestopft würden. Obwohl diese Dienste gesetzlich auf vier beschränkt seien, würden derzeit fast jedem zweiten Klinikarzt pro Monat fünf bis neun abverlangt.

Noch ohne die geforderten Aufschläge für Bereitschaftsdienste liegt das Volumen laut Henke bei knapp 200 Millionen Euro. Zusammengenommen übertrifft es die Fünf-Prozent-Forderung des Öffentlichen Dienstes. Henke nannte die Forderung dennoch „maßvoll“. Weder Krankenkassen noch Kliniken stünden finanziell so schlecht da, dass dies für sie eine Überforderung bedeute. Die Tarifrunde startet am 18. Januar. Rainer Woratschka

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