Politik : Klinikärzte drohen mit mehr Streiks

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Berlin - Im Tarifstreit der Ärzte an Uni- Kliniken hat der Marburger Bund mit einer Verschärfung des seit Wochen andauernden Streiks gedroht. „Wir werden uns überlegen, ob wir nicht die ganze Woche streiken“, sagte Verbandschef Frank Ulrich Montgomery.

Bislang ruhte die Arbeit an zahlreichen Kliniken in der Regel nur zwei bis drei Tage pro Woche. Legten die Arbeitgeber nicht bald ein Angebot vor, werde auch strenger ausgewählt, wer noch als Notfall gelte und trotz des Streiks behandelt werde, sagte Montgomery. Als Zeitpunkt für die härtere Gangart kündigte er an: „Das wird irgendwann Mitte Mai sein.“

Die Mediziner sind seit fast sechs Wochen für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Gehalt im Ausstand. „Ich bin über die an Verantwortungslosigkeit grenzende Stille der Finanzminister erstaunt“, sagte Montgomery. „Ich kann ihnen nur raten, sich schnell zu bewegen.“ Bleibe die Tarifgemeinschaft der Länder stumm, müssten die Notdienstvereinbarungen strenger ausgelegt werden. Schon jetzt werden etwa an den Uni-Kliniken Heidelberg und Freiburg an Streiktagen keine Tumorpatienten mehr operiert.

Montgomery drohte: „Die ganze Woche gibt es dann nur noch Dienst wie am Wochenende, dann werden wirklich nur noch Notfälle gemacht.“ Auch Herzoperation könnten aufgeschoben werden. Der Gewerkschaftschef betonte aber, bei dringenden Operationen werde es keine Wartezeit geben. Die Ärzte hätten das Vertrauen in ihre Arbeitgeber, die Länder, verloren, sagte Montgomery. „Wir sind bei ganz vielen Punkten gesprächsbereit.“ So sei die Forderung nach 30 Prozent mehr Gehalt eher demonstrativ zu verstehen. „Wir verlangen aber, dass man uns für alle Arbeit, die wir leisten, auch bezahlt.“ dpa

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