Politik : Klinikchefin an der Charité hält Osthoff für extrem traumatisiert

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Berlin - Nach einem in weiten Teilen wirren Interview des Entführungsopfers Susanne Osthoff im ZDF werfen Experten die Frage nach dem Gesundheitszustand der Archäologin auf. Isabella Heuser, Psychiaterin und Klinikdirektorin an der Berliner Charité, sagte dem Tagesspiegel über die Frau, die drei Wochen lang im Irak entführt war: „Jeder Laie erkennt: Frau Osthoff ist ein Stück aus der Realität herausgerutscht.“ Heuser riet Osthoff, zu einem Psychotherapeuten oder einem Psychiater zu gehen: „Man spürt, dass da etwas nicht in Ordnung ist.“ Osthoff war am Mittwochabend im ZDF tief verschleiert aufgetreten.

Auch Christoph Reuter, Reporter des „Stern“, sagte dem Tagesspiegel, Osthoff wirke „extrem traumatisiert“ und „völlig verstört“ – und damit deutlich anders als vor der Entführung. Der Journalist hatte sie im Oktober zuletzt gesehen, bis November mit ihr über Mails kommuniziert. Früher habe sich Osthoff im Irak „schon umsichtig verhalten“, allerdings auch ein „hohes Maß an Starrsinn“ gezeigt, sagte er. Zur Frage, ob Osthoff voraussichtlich in den Irak zurückkehren werde, sagte Reuter: „Sie hat keine andere Idee. Sie ist in diesem Tunnel, auf dieser Einbahnstraße unterwegs: Ich muss im Irak sein.“ Veränderungen der Realität „ignoriert sie einfach“.

Der „Münchner Merkur“ berichtete derweil, Susanne Osthoffs Bruder Robert sei wegen „Selbst- und Allgemeingefährlichkeit“ in eine Nervenklinik eingeliefert worden. m.m./wez

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