Politik : Klump-Prozess: Barbara Meyer verweigert Aussage

Die mutmaßliche ehemalige RAF-Terroristin Barbara Meyer hat am Dienstag vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht im Verfahren gegen Andrea Klump die Aussage verweigert. Meyer war von Klumps Verteidigung als Entlastungszeugin benannt worden. Beide Frauen waren zusammen in Deutschland untergetaucht und später gemeinsam nach Libanon gegangen. Klump muss sich wegen Mitgliedschaft in der Roten-Armee-Fraktion vor Gericht verantworten. Sie streitet diese Mitgliedschaft ab. Der Angeklagten werden von der Bundesanwaltschaft zweifacher versuchter Mord, Verabredung zum Mord und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Nach Darstellung der Anklage war Klump von August 1984 bis März 1998 RAF-Mitglied. Bei ihrer Festnahme im September 1999 in Wien war ihr Begleiter, der damals ebenfalls wegen RAF-Mitgliedschaft gesuchte Horst Ludwig Meyer, erschossen worden. Den Ermittlungen zufolge gehörte sie bereits seit 1977 zum Unterstützerkreis der RAF und ging 1984 in den Untergrund. In Syrien habe sie sich militärisch ausbilden lassen. 1988 reiste sie laut Anklage zusammen mit Meyer nach Spanien, um dort mit einem weiteren, bisher unbekannten RAF-Mitglied einen Sprengstoffanschlag gegen NATO-Angehörige zu verüben.

Vor kurzem hatte die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen gegen Barbara Meyer eingestellt, weil ihr nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden kann, an Straftaten der Rote-Armee-Fraktion im Jahr 1985 beteiligt gewesen zu sein.

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