Koalitions-Optionen : SPD und Linke: Irgendwie, irgendwo, irgendwann

Lafontaine mögen sie nicht, und ehemalige SED-Genossen sind ihnen suspekt - doch irgendwann möchte sie auf Bundesebene doch mit der Linken koalieren. Wie wäre es mit in zehn Jahren?

BerlinDie SPD schließt eine Zusammenarbeit mit der Linken im Bund auf lange Sicht nicht generell aus. "Wenn die Linkspartei sich ändert, wenn ein Herr Lafontaine nicht mehr dabei ist, wenn sie eine andere Außenpolitik und eine realistische Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik verfolgt, dann haben wir eine geänderte Geschäftsgrundlage", sagte SPD-Fraktionschef Peter Struck in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Zeitschrift "Super Illu".

SPD-Chef Franz Müntefering schloss eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei auf Bundesebene für 2009 erneut definitiv aus. "Dafür stehen Frank-Walter Steinmeier, Peter Struck und ich", sagte Müntefering am Sonntag auf dem Landesparteitag der sächsischen SPD in Burgstädt. Man könne nicht mit Politikern zusammenarbeiten, die weder ökonomisch noch sozial verlässlich seien und die Europa ablehnten. Müntefering fügte jedoch hinzu: "Die Kinder und Enkelkinder von SED-Genossen müssen die Chance haben, in der Demokratie anzukommen."

Struck bezweifelt, dass eine rot-rote Zusammenarbeit schon in der übernächsten Wahlperiode ab 2013 der Fall sein könnte, wie es sich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vorstellen kann. "Ich glaube nicht, dass die Linkspartei so schnell zur Vernunft kommt." Für die Bundestagswahl 2009 gelte jedenfalls das klare "Nein" der SPD zu einer Kooperation mit den Linken. "Franz Müntefering, Frank-Walter Steinmeier und ich stehen hier als Garanten für die Verlässlichkeit der SPD ein", betonte auch Struck. (mhz/dpa)

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