Koalitionstreffen : CSU freut sich über Transrapid

Während CDU und SPD über Afghanistan und Mindestlöhne debattieren, hat die CSU ein ganz eigenes Projekt auf dem Plan: Für den Transrapid zum Münchner Flughafen besteht seit dem gestrigen Koalitionstreffen wieder Hoffnung - wenn der Finanzminister zustimmt.

Transrapid Foto: ddp
Am Flughafen steht er schon: Der Schau-Transrapid vor dem Terminal 2. -Foto: ddp

MünchenNach jahrelangem Streit sieht Bayern den politischen Durchbruch für den Münchner Transrapid geschafft. Mit dem Ergebnis der Berliner Koalitionsrunde sei der Weg "politisch frei", sagte Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU). Er gehe davon aus, dass der Bund mit 925 Millionen Euro die Hälfte und Bayern mit rund 460 Millionen Euro ein Viertel der Gesamtkosten von 1,85 Milliarden Euro trage. Die Einzelheiten sollen in den nächsten vier Wochen geklärt werden. "Ich bin überzeugt, dass wir im September eine unterschriftsreife Vereinbarung haben werden." Baubeginn könne bereits 2008 sein.

Am Vorabend hatte sich in Berlin die Koalitionsrunde auf Initiative des scheidenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) über die Magnetschwebebahn beraten. Nach Hubers Angaben haben sich sowohl der Bund als auch Bayern bei der Finanzierung der gut 30 Kilometer langen Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen "deutlich nach oben" bewegt. Der Bund hatte bislang 550 Millionen Euro zugesagt, Bayern wollte etwa 300 Millionen Euro zuschießen. Die bayerische Staatsregierung will zudem die Deutsche Bahn und den Flughafen München in die Pflicht nehmen. Es gebe noch eine "kleine Lücke" von 150 Millionen Euro, die er "in relativ kurzer Zeit" für schließbar halte. "Ich bin sehr zuversichtlich," so Huber.

Huber: Details auf Fachebene zu klären

Das umstrittene Bauprojekt vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen vor den Toren der Stadt gilt als Lieblingskind von Noch-Ministerpräsident Stoiber, der im September aus dem Amt scheidet und die Weichen für den Transrapid möglichst noch vorher stellen will.

Mit den weiteren Verhandlungen hat die Koalitionsrunde Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), Kanzleramtschef Thomas de Maizière (CDU) und Huber beauftragt. Ein Spitzentreffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem scheidenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) wird damit voraussichtlich nicht mehr notwendig sein. "Ich bin der Überzeugung, dass das auf Fachebene abschließend geklärt werden kann", sagte Huber dazu. (mit dpa)

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