Koblenzer Terrorhelferprozess : Anwaltschaft fordert über fünf Jahre Haft

Er zeigte keine Reue, jetzt fordert die Bundesanwaltschaft fünfeinhalb Jahre Haft: Der Syrer Hussam S. soll zum Heiligen Krieg aufgerufen haben. Auch verlinkte er ein Video, dass "an Grausamkeit kaum zu überbieten" sei, wie der Oberstaatsanwalt sagte.

Hussam S. verbirgt sein Gesicht vor Gericht. Der Syrer soll terroristische Vereinigungen unterstützt haben.
Hussam S. verbirgt sein Gesicht vor Gericht. Der Syrer soll terroristische Vereinigungen unterstützt haben.Foto: dpa

Im Koblenzer Terrorhelferprozess hat die Bundesanwaltschaft fünfeinhalb Jahre Haft für den Angeklagten Hussam S. gefordert. Der in Syrien geborene Mann soll terroristische Vereinigungen im Ausland unterstützt und für sie geworben haben. Der 26-Jährige habe sich in den Jahren 2008 und 2009 zum „Hauptakteur der deutschsprachigen, dschihadistischen Propaganda im Internet“ aufgeschwungen und zum Heiligen Krieg aufgerufen, sagte Oberstaatsanwalt Markus Dienst am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht.

Hussam S., der seit 1990 in Deutschland lebt, soll laut Anklage unter anderem deutsche Übersetzungen von Audio- und Videobotschaften der beiden Terrororganisationen Al-Kaida und Al-Kaida im Irak im Internet veröffentlicht oder verlinkt haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, Weblogs und ein Forum mit strafbaren Inhalten eingerichtet zu haben.

Der Angeklagte habe in zwei Fällen ein Video verlinkt, in dem die Enthauptung eines US-Bürgers zu sehen sei. „Dieses Video ist an Grausamkeit kaum zu überbieten“, sagte Oberstaatsanwalt Dienst in seinem mehr als zweistündigen Plädoyer.

Angesichts der Fülle an Beweisen und Indizien sei „kein Raum mehr vorhanden, an der Täterschaft des Angeklagten zu zweifeln“, sagte Dienst. Zudem habe der Angeklagte keinerlei Reue gezeigt. Hussam S. war zuletzt Student der Elektrotechnik und sitzt seit seiner Festnahme in Montabaur im Juli 2010 in Untersuchungshaft. In dem Prozess plädiert voraussichtlich an diesem Donnerstag die Verteidigung, eine Woche später soll dann das Urteil folgen. (dpa)

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