Politik : Koch-Mehrin will um Doktortitel kämpfen

Berlin - Die in einen Plagiatsskandal verwickelte FDP-Politikerin Silvana Koch- Mehrin will ihren Doktortitel zurück. Die Europaparlamentarierin legte am Freitag Widerspruch gegen die Entscheidung des Promotionsausschusses der Universität Heidelberg ein, ihr den Titel zu entziehen. Zuvor hatte sie gesagt, dass sie den wissenschaftlichen Kern ihrer Arbeit für nicht betroffen hält. „Fehler“ beträfen den einleitenden Teil. Dies unterscheide ihren Fall auch von dem des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Sie habe, im Gegensatz zu ihm, wissenschaftlich etwas Neues erarbeitet.

Sollte die Hochschule an der Entscheidung festhalten, könnte Koch-Mehrin vor dem Verwaltungsgericht klagen. Der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät hatte ihr im Juni den Doktortitel entzogen, weil ihre Dissertation „in substanziellen Teilen“ aus Plagiaten bestehe.

Koch-Mehrin hatte unmittelbar nach der Entscheidung der Uni angekündigt, rechtliche Schritte prüfen zu wollen. Sie hatte darauf verwiesen, dass dem Promotionsausschuss die Schwächen der Arbeit bekannt gewesen seien. Schon im Juni hatte sie zugegeben, ihre Arbeit sei zwar „nicht frei von Schwächen, nicht selten ungenau, oberflächlich und manchmal geradezu fehlerhaft“. Die wissenschaftlichen Ergebnisse ihrer Arbeit beruhten jedoch auf ihrer eigenen Leistung.

Die FDP-Europapolitikerin hatte die Doktorarbeit zum Thema „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: Die Lateinische Münzunion 1865 bis 1927“ im Jahr 2000 vorgelegt. Koch-Mehrin war im Zuge der öffentlichen Debatte über ihre Doktorarbeit als Chefin der FDP im Europaparlament und als Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments zurückgetreten. Ende Juni gab sie nach öffentlicher Kritik auch ihren neuen Sitz im Forschungsausschuss des Europaparlaments auf. Tsp/AFP/dapd

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