Politik : Köhler fordert mehr Einigkeit in der EU

Ludwigsburg - Angesichts der Globalisierung hat Bundespräsident Horst Köhler die Europäer dazu aufgefordert, noch mehr als bisher „in den großen Lebensfragen“ mit einer Stimme zu sprechen. Europa müsse sich vor Augen führen, dass seine Bedeutung „nicht unbedingt gesichert ist. Im Jahre 2050 werden nur noch sieben Prozent der Weltbevölkerung in Europa leben“, sagte Köhler am Samstag beim Festakt zum 60-jährigen Bestehen des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg. Deutsche und Franzosen müssten „Vorreiter einer kooperativen Weltpolitik sein und Einfluss auf eine humane Gestaltung der Globalisierung nehmen“. Die wichtigsten Schicksalsfragen seien Klimawandel und Armutsbekämpfung.

Köhler sagte: „Das Europäische Modell wird seine Strahlkraft in der ganzen Welt aber nur behalten, wenn es weiter auf der Kreativität und Energie der deutsch-französischen Zusammenarbeit aufbaut.“ Angesichts der Erweiterung der EU sei es normal, „dass der deutsch-französische Motor in Brüssel manchmal neu eingestellt werden muss“. Neben den politischen Beziehungen sei es wichtig, dass das Interesse junger Franzosen und Deutscher aneinander lebendig bleibe. „Für die heutigen Jugendlichen ist der Gedanke der Versöhnung nicht mehr vordringlich.“ Auch deshalb sei die dauerhafte Verständigung kein „Selbstläufer“. Köhler appellierte an die Jugend: „Seien Sie neugierig, lernen Sie Sprache und Kultur unseres Nachbarn, kurzum: Lernen Sie Frankreich.“ Allerdings dürften sich die jungen Leute nicht ausschließlich miteinander beschäftigen, sondern müssten auch mit Menschen aus Osteuropa, dem Balkan und den Mittelmeeranrainern zusammenkommen. dpa

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben