Politik : Köhler wirbt um ausländische Fachkräfte

Berlin - Deutschland muss nach Ansicht von Bundespräsident Horst Köhler verstärkt um Fachkräfte aus dem Ausland werben. „Ein Land, dessen Sozialsysteme eine auf dem Kopf stehende Alterspyramide verkraften müssen, kann es sich nicht leisten, dass seine Bewohner hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben.“ Der Bundesrat setzte sich dafür ein, die Hürden für die Zuwanderung Hochqualifizierter deutlicher zu senken als von der Bundesregierung geplant.

Bei der Jahrestagung des Forums Demographischer Wandel beklagte Köhler, dass aus dem Ausland nur wenige hundert Hochqualifizierte kamen, die die Voraussetzungen des Zuwanderungsgesetzes erfüllten. Die jüngsten Bemühungen, deren Zuzug zu erleichtern und ihnen eine attraktive Berufs- und Lebensperspektive zu bieten, müssten fortsetzt werden. Man brauche verständliche und transparente Regeln. „Und wir müssen deutlich machen, dass wir eine Gesellschaft sind, die engagierte Menschen mit Offenheit empfängt und willkommen heißt.“

Der geringe Zuzug von qualifizierten Fachkräften war Anlass für den Bundesrat, weitere Erleichterungen zu fordern. Ausländische Fachkräfte sollten bereits ab einem Jahreseinkommen von 53 400 Euro und nicht erst ab 63 600 Euro einen Aufenthaltstitel bekommen. Auch die Mindestinvestitionssumme für ausländische Unternehmer soll weiter gesenkt werden. Zugleich sprachen sich die Länder dafür aus, ein Punktesystem zur Steuerung der Zuwanderung zu prüfen. Im Bundestag hat sich die Union stets gegen ein solches Instrument gewandt.dpa

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben