Politik : Köhler zum vierten Mal in Afrika

Berlin - Bundespräsident Horst Köhler ist am Sonntag zur vierten Afrika-Reise seiner Amtszeit zunächst nach Algerien gereist. Der Staatsbesuch in dem nordafrikanischen Land bildet den Auftakt einer einwöchigen Reise, die Köhler anschließend auch nach Mauretanien und nach Malta führt. In allen drei Ländern ist es der erste Staatsbesuch eines Bundespräsidenten. In Algier wird Köhler von Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) begleitet, mit der er am Montag an einem Partnerschaftsforum der G-8-Staaten mit afrikanischen Ländern teilnehmen wird.

In Algerien herrscht seit 1992 der Ausnahmezustand. Gewaltbereite islamische Gruppen sind dort nach wie vor aktiv. Die EU und das nordafrikanische Land, in dem es große Erdgasvorkommen gibt, wollen vor allem im Energiesektor eine strategische Partnerschaft eingehen.

Weiteres großes Thema der Köhler-Reise sind die Flüchtlingsströme aus Afrika, die vor allem über das Mittelmeer in die EU drängen. Wieczorek-Zeul betonte vor der Reise, Deutschland, die EU und die G-8-Staaten hätten seit Jahresbeginn große Fortschritte in der Zusammenarbeit mit Afrika gemacht. Man werde die Verpflichtung zur Verdoppelung der Entwicklungszusammenarbeit bis 2010 erreichen. Mit Marokko, Tunesien, Algerien und Ägypten hat die EU Assoziierungsabkommen geschlossen. Freihandelszonen sollen laut Wieczorek-Zeul stufenweise eingeführt werden, damit sich die Wirtschaft dieser Länder langsam auf den Wettbewerb einstellen kann. dpa

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