Köln : Giordano: Moschee-Bau ist "Kriegserklärung"

Ralph Giordano hat sich erneut gegen den Moscheebau in Köln gewandt. Er nannte das geplante Bauwerk eine "Kriegserklärung an die Umwelt".

Giordano
Streitbarer Geist. Schriftsteller Ralph Giordano spricht sich mit harschen Worten gegen den Bau der Moschee in Köln aus. -Foto: ddp

KölnIm Streit um den geplanten Bau einer repräsentativen Moschee in Köln hat der Schriftsteller Ralph Giordano erneut scharfe Kritik am "politischen Islam" und dem Koran geübt. "Ich frage mich, wie jemand, dem der Koran, diese Stiftungsurkunde einer archaischen Hirtenkultur, heilig ist, auf dem Boden des Grundgesetzes stehen kann", heißt es in einem offenen Brief Giordanos an die Türkisch-Islamische Union DITIB. Zugleich kritisiert der Schriftsteller die "Gigantomanie der zentralen Großmoschee in Köln-Ehrenfeld", die aus seiner Sicht von vornherein "eine Art Kriegserklärung an die Umwelt" gewesen sei.

Eine vorherige Gesprächseinladung der DITIB wies Giordano in dem Brief zurück. Bei einem solchen Gespräch könne "nichts anderes herauskommen als der Austausch gegenseitig bekannter, aber unvereinbarer Meinungen". "Dazu kommt, dass ich mich mit Leuten, die den Völkermord an den Armeniern 1915/16 leugnen, ebenso wenig an einen Tisch setzen werde wie mit den Lügnern der 'Auschwitzlüge'". Giordano hatten den in Köln umstrittenen Moscheebau wiederholt scharf kritisiert und in diesem Zusammenhang die Auffassung vertreten, die Integration der Moslems in Deutschland sei gescheitert. Wenn seiner Islamkritik hatte der Holocaust-Überlebende Morddrohungen erhalten.

Die DITIB erklärte zu dem offenen Brief Giordanos, sie setze auf einen "offenen, sachlichen Diskurs" mit dem Schriftsteller. Zugleich bekräftigte die Bauherrin der geplanten Moschee, sie lehne die Drohungen gegen Giordano entschieden ab. "Auch wenn Giordanos offener Brief geprägt ist von Polemik, Diffamierung und Unkenntnis gegenüber der DITIB, dem Islam und den in Deutschland lebenden Muslimen, rechtfertigt dies in keiner Weise eine unsachliche Auseinandersetzung oder gar die Androhung von Gewalt." Vielmehr widersprächen Terrorismus und Gewalt einer modernen Auffassung des Islam. (mit AFP)

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