Köln : Linksautonome formieren sich gegen Rechte

Die Vorbereitungen der Demonstranten gegen die rechtspopulistische "Bürgerbewegung Pro Köln" sind im vollen Gange. Linksautonome haben bereits eine Sitzblockade gebildet. Die Polizei versucht derweil, den Zugang zum Ort der rechtsradikalen Versammlung zu sichern.

Demonstranten in Köln
Linke Gegendemonstranten stehen vor dem geplanten Versammlungsort der rechtsradikalen Organisation Pro Köln. -dpa

KölnSeit dem frühen Samstagmorgen sammeln sich in der Kölner Innenstadt Demonstranten gegen den von der rechtspopulistischen "Bürgerbewegung Pro Köln" geplanten "Anti-Islamisierungskongress". Linksautonome errichteten erste Sitzblockaden. An einer anderen Stelle sicherte die Polizei den Zugang zu dem Platz, auf dem die Kundgebung am Mittag stattfinden soll. Sie rechnet bei mehreren Gegenkundgebungen mit zu 40.000 Teilnehmern.

Am Freitagabend hatten bereits mehrere hundert Mitglieder der linksautonomen Szene in Köln demonstriert. Dabei wurden Feuerwerkskörper geworfen, und es gingen Glasscheiben zu Bruch. Nach Angaben der Polizei wurden mehrere Personen zur Feststellung der Personalien festgenommen. Die Nacht sei hingegen ruhig verlaufen.

Gegendemonstranten versammeln sich am Heumarkt

Das zweitägige Treffen von Rechtsradikalen aus allen Teilen Europas hatte am Freitag in Köln begonnen. Am Samstagmittag soll es eine Kundgebung von "Pro Köln" mit bis zu 1500 Teilnehmern in der Kölner Altstadt geben. Dazu war der Heumarkt von der Polizei weiträumig abgesperrt worden. Hinter der Absperrung haben sich seit dem frühen Morgen mehrere hundert Gegendemonstranten versammelt.

"Pro Köln" wird seit mehreren Jahren unter dem "Verdacht einer rechtsextremistischen Bestrebung" im nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzbericht aufgeführt.

Prominente wollen vor Dom demonstrieren

Kritiker sehen in dem Kongress die größte rechte Kundgebung in Köln seit Kriegsende, bei der unter dem Deckmantel der Islamkritik Stimmung gegen Ausländer gemacht werden soll. Deshalb haben Vertreter von Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und anderen gesellschaftlichen Gruppen zu Gegendemonstrationen aufgerufen. Unter dem Motto "Wir stellen uns quer - Kein Rassismus in Köln" wollen unter anderen Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) und weitere prominente Kölner vor dem Dom demonstrieren, dort, wo "Pro Köln" zunächst seine Kundgebung abhalten wollte.

Unklar war am Morgen, wie viele Vertreter der rechten Parteien tatsächlich an ihrer Kundgebung teilnehmen würden. Einigen aus dem Ausland angereisten Funktionären waren am Freitagabend die Hotelzimmer gekündigt worden. (mbo/ddp/dpa)

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