Kölner Baupläne : Tausche Moschee gegen Kirche

In Köln erregt der geplante Bau einer Moschee im Stadtteil Ehrenfeld weiter die Gemüter. Kardinal Meisner erklärte nun, er wünsche sich ein Engagement der Muslime auch für christliche Kirchen in der Türkei. Zudem forderte er mehr Transparenz von den muslimischen "Nachbarn".

Kölner Moschee
Gegner und Befürworter der Moschee in Köln. -Foto: dpa

KölnIm Streit um den Bau einer repräsentativen Moschee in Köln hat der Kölner Kardinal Joachim Meisner die Muslime dazu aufgefordert, sich nicht nur für ihre eigene Religionsfreiheit einzusetzen. Die Glaubwürdigkeit der die Zentralmoschee planenden Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) werde sich daran ablesen lassen, "ob wir nun endlich auch mit unseren kleinen Kirchbauten dort zu Stuhle kommen", sagte Meisner im Deutschlandfunk. So habe sich die Ditib bislang noch nicht zugunsten der Christen in der Türkei eingesetzt, denen der Bau kleiner Kirchen permanent verboten werde. Das sei möglicherweise ein Grund für die mehrheitliche Ablehnung der Kölner gegenüber der geplanten Großmoschee.

Auch er selbst habe angesichts der geplanten Moschee "ein ungutes Gefühl", sagte Meisner. In einer Gesellschaft, "wo wir wirklich Tür an Tür leben", müsse das Ziel "eine gute Nachbarschaft" sein, betonte Meisner. In diesem Sinne forderte er mit Blick auf Veranstaltungen in der künftigen Moschee eine Transparenz wie in den christlichen Kirchen: "Unsere Gottesdienste sind alle öffentlich, und bei uns hat jeder Zutritt und Einblick. Das muss auch hier so sein", sagte Meisner.

Nach einer Umfrage im Auftrag des "Kölner Stadt-Anzeiger" lehnen gut 58 Prozent der Kölner den Moschee-Neubau im Stadtteil Ehrenfeld in der geplanten Größe ab. Während 27 Prozent die Größe des Entwurfs mit 35 Meter hoher Kuppel und zwei 55 Meter hohen Minaretten kritisieren, sind gut 31 Prozent grundsätzlich gegen das Bauvorhaben. Knapp 36 Prozent befürworten die geplante Moschee dagegen uneingeschränkt, wie die repräsentative Umfrage ergab. Generell sind gut zwei Drittel der Befragten dafür, dass Muslime in Deutschland Moscheen errichten dürfen.

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