Politik : König Hussein in Amman beigesetzt

AMMAN (AP).800 000 Jordanier und etwa 40 Staats- und Regierungschefs haben am Montag dem verstorbenen König Hussein die letzte Ehre erwiesen.Am Sarg des Monarchen, der dem Friedensprozeß im Nahen Osten entscheidende Impulse gegeben hat, bezeugten Staats- und Regierungschefs aus aller Welt ihren Respekt.Die größte Delegation nach den USA stellte Israel, an der Spitze durch Staatspräsident Eser Weizman und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vertreten.

Als der Leichnam Husseins, eingehüllt in ein schlichtes weißes Tuch, auf dem königlichen Friedhof in der Raghdan-Palastanlage in das Grab gesenkt wurde, mischte sich das Gebet des Imam mit dem Donnern von Kampfflugzeugen über dem Himmel der Hauptstadt.Außerhalb Ammans hielten rund 1,2 Millionen Menschen Trauerfeiern für Hussein ab.Das Land wird bis zum Sonnabend trauern.

Auch Präsident Assad erwies seinem Erzfeind die letzte Ehre

Die 40 Staats- und Regierungschefs versammelten sich im Thronsaal des königlichen Raghadan-Palastes in der Nähe des Friedhofes um den Sarg des verstorbenen Monarchen.Für die Zeremonie waren unter anderem Bundeskanzler Gerhard Schröder sowie US-Präsident Bill Clinton in Begleitung der ehemaligen US-Präsidenten George Bush, Jimmy Carter und Gerald Ford sowie UNO-Generalsekretär Kofi Annan angereist.Entgegen den Anweisungen seiner Ärzte unternahm auch der kranke russische Präsident Boris Jelzin die Flugreise.Israel entsandte eine 23köpfige Delegation, die von Staatspräsident Eser Weizman, Regierungschef Benjamin Netanjahu und Außenminister Ariel Scharon angeführt wurde.Auch die Witwe des ermordeten Ministerpräsidenten Jizchak Rabin, Lea, reiste mit.Als Überraschung wurde das Erscheinen des syrischen Staatschefs Hafis el Assad gewertet, der von seinem Erzfeind Abschied nahm.Damit nahm Assad wohl erstmals zusammen mit Vertretern des israelischen Staates an einer Veranstaltung teil.Palästinenserpräsident Jassir Arafat erwies dem verstorbenen Monarchen ebenso die letzte Ehre wie Vertreter der Golfstaaten.Als einziges arabisches Land entsandte Irak keinen Vertreter.Aus Europa reisten unter anderem der britische Regierungschef Tony Blair sowie Kronprinz Charles, der französische Staatspräsident Jacques Chirac sowie der spanische König Juan Carlos mit Königin Sofia an.Anreisen wollten außerdem der japanische Kronprinz Naruhito, die Königin der Niederlande, Beatrix, der österreichische Bundespräsident Thomas Klestil und der türkische Präsident Süleyman Demirel. AFP/rtr

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