Politik : König von Bahrain eröffnet Dialog mit der Opposition

Manama - Im arabischen Golfstaat Bahrain hat ein Versöhnungsdialog zwischen Königstreuen und Oppositionellen begonnen. König Hamad bin Issa al Chalifa will damit eine Neuauflage der Unruhen vom vergangenen Frühjahr verhindern. Damals waren mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen.

An der Eröffnungsveranstaltung in der Hauptstadt Manama nahmen am Samstag rund 300 Politiker und Aktivisten teil. Zunächst ging es nur um prozedurale Fragen. Als Geste des guten Willens wurden wenige Stunden vor Beginn des Treffens etwa 150 bis 200 Regimegegner freigelassen. In Bahrain hatten die Sicherheitskräfte im Februar und März Demonstrationen der Opposition mit Gewalt beendet. Im Juni hatte ein Militärgericht drakonische Strafen gegen zahlreiche nach den Unruhen festgenommene Oppositionelle verhängt, darunter siebenmal lebenslänglich. Die Delegation der oppositionellen Waad-Gesellschaft trug bei dem Treffen am Samstag Anstecker mit dem Foto des Vorsitzenden Ibrahim Scharif, der in diesem Prozess zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Scharif ist einer der wenigen Sunniten unter den Aktivisten der Opposition.

Die größte Oppositionsgruppe ist die schiitische Wifak-Gesellschaft, die Bahrain in eine konstitutionelle Monarchie nach britischem Vorbild umwandeln will. Das lehnt die sunnitische Herrscherfamilie ab. Nach einigem Zögern war jedoch auch die Wifak der Einladung des Königs zur Teilnahme am Dialog gefolgt. Die schiitischen Muslime stellen in Bahrain die Bevölkerungsmehrheit, anders als in allen anderen arabischen Golfstaaten. Viele von ihnen fühlen sich benachteiligt. Im Dialog soll es nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur BNA unter anderem um das Wahlgesetz, die Kompetenzen des Parlaments und die Qualität staatlicher Dienstleistungen gehen. dpa

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben