Politik : Körting verbietet rechtsextreme Gruppen

Berlins Innensenator Ehrhart Körting hat der rechtsextremen Szene der Stadt einen schweren Schlag versetzt. Körting verbot heute die beiden aggressivsten Neonazi-Organisationen, die unter anderem die Schaffung national befreiter Zonen propagiert haben sollen.

Berlin (09.03.2005, 09:18 Uhr) - Von dem Verbot betroffen sind die "Kameradschaft Tor" samt ihrer "Mädelgruppe" sowie die "Berliner Alternative Süd-Ost". Körting wirft beiden Gruppierungen vor, sie wiesen eine "Wesensverwandschaft mit dem Nationalsozialismus" auf und agierten "kämpferisch-aggressiv" gegen die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik.

Beide Kameradschaften sollen beispielsweise die Schaffung national befreiter Zonen propagiert haben. Außerdem haben mehrere Mitglieder der Neonazi-Gruppierungen Straftaten begangen. Mitglieder der Kameradschaft Tor sollen unter anderem Plakate geklebt haben, auf denen der SA-Führer Horst Wessel verherrlicht wird. Die "Berliner Alternative Süd-Ost" fiel vor allem im Dezember 2004 unangenehm auf, als sie vor dem Haus des Berliner Polizeidirektors Michael Knape demonstrieren und ihn damit einschüchtern wollte. Die Versammlung wurde jedoch verboten.

Beamte der Berliner Polizei, darunter Experten des Landeskriminalamts und der Spezialeinheit PMS (Politisch Motivierte Straßengewalt) durchsuchten die Wohnungen von zehn Mitgliedern der beiden Kameradschaften. (Tsp/tso)

Weitere Informationen am Donnerstag im Tagesspiegel ()

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