Kofferbomben : Haftbefehl gegen Terrorverdächtigen aufgehoben

Der im Kofferbomben-Fall in Konstanz festgenommene Syrer Fadi A. S. ist wieder auf freiem Fuß. Die Bundesanwaltschaft konnte ihm keinen "dringenden Tatverdacht" nachweisen.

Karlsruhe - Der Haftbefehl gegen den 23-jährigen Studenten wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung wurde auf Antrag der Bundesanwaltschaft aufgehoben. Ein "dringender Tatverdacht" sei nicht nachzuweisen, teilte die Behörde mit. Der Syrer war am 26. August im Zusammenhang mit den geplanten Bomben-Anschlägen auf zwei deutsche Regionalzüge verhaftet worden. Er galt bislang als "dringend verdächtig", an der Vorbereitung der Bombenanschläge beteiligt gewesen zu sein und dazu im Internet nach Anleitungen zum Bau von Bomben gesucht zu haben.

Zweiter Verdächtiger bleibt in Untersuchungshaft

Laut Bundesanwaltschaft bleibt dagegen der in Kiel festgenommene Verdächtige Youssef E. H. weiter in Untersuchungshaft. Er soll zusammen mit dem im Libanon gefassten Jihad H. die gescheiterten Bombenanschläge am 31. Juli durchgeführt haben. Damals waren in zwei Regionalzügen auf den Strecken Aachen-Hamm und Mönchengladbach-Koblenz zwei Kofferbomben gefunden worden. Die Täter hatten geplant, die Bomben zeitgleich um 14:30 Uhr vor Erreichen der Bahnhöfe Dortmund und Koblenz zur Explosion zu bringen. Die Sprengsätze waren wegen handwerklicher Fehler nicht explodiert.

Die Bundesanwaltschaft ging bislang davon aus, dass Fadi A. S. bei der Planung der Anschläge mit den beiden anderen Verdächtigen zusammengearbeitet hat. Die Vernehmungen des Jihad H. im Libanon hätten diesen Verdacht aber nicht erhärtet. Es sei deshalb nicht gerechtfertigt gewesen, Fadi A. S. weiter festzuhalten. Gleichwohl werde gegen ihn wie auch die beiden anderen weiterhin wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und des versuchten Mordes in einer Vielzahl von Fällen ermittelt. (tso/AFP)

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