Politik : Kofferbomben waren offenbar sehr gefährlich

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Berlin - Die Kofferbomben von Dortmund und Koblenz hätten bei einer Explosion immensen Schaden angerichtet. Die von Unbekannten in Regionalzügen deponierten Sprengsätze hätten einen Wirkungsradius von hundert Metern gehabt, berichtet das Magazin „Focus“ unter Berufung auf Ermittlungen von Kriminaltechnikern. Außerdem wären bei einer Detonation der Bomben die beiden Züge von Aachen nach Hamm und Mönchengladbach nach Koblenz entgleist.

Laut „Focus“ überprüfte in den vergangenen Tagen eine mit 200 Spezialisten besetzte Abteilung des Bundesverfassungsschutzes, ob in den Orten entlang der beiden Bahnstrecken islamistische Terrorgruppen aktiv sind. Der Fahndungsansatz sei jedoch ohne Erfolg geblieben. Dem Magazin zufolge geht der Dortmunder Staatsschutz unterdessen von einer „Tat der allgemeinen Kriminalität“ aus. Die selbst gebastelten Sprengsätze waren rechtzeitig entschärft worden.

Derweil mehren sich unter den Innenministern der Länder die Stimmen für eine verstärkte Videoüberwachung von Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen. Der Stuttgarter Innenminister Heribert Rech (CDU) sagte der „Welt am Sonntag“, bei der Bekämpfung der Allgemeinkriminalität habe sich die Videoüberwachung in Baden-Württemberg als „wichtiges Ermittlungsinstrument“ bewährt. Hamburgs parteiloser Innensenator Udo Nagel kündigte eine Ausweitung der Videoüberwachung in der Hansestadt an. Auch Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) plädierte für einen verstärkten Einsatz von Kameras, lehnte jedoch zugleich eine Kontrolle aller Fahrgäste der Bahn vor Betreten der Bahnhöfe oder Züge ab. „Die Bahn ist ein Massenverkehrsmittel. Bei einer Kontrolle jedes Passagiers bräche der Betrieb zusammen.“ AFP

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