Politik : Kohl sagt Betroffenen des Hochwassers schnelle Hilfe zu

Kanzler besucht Oderregion und Eko Stahl / Neue Regenfälle drohen Situation weiter zu verschärfen FRANKFURT (ODER)/WARSCHAU/PRAG (Ste./dpa).Bundeskanzler Helmut Kohl hat den in Ostbrandenburg vom Hochwasser bedrohten Menschen umfassende und schnelle Hilfe zugesagt.Während eines Besuches in der Oderregion, bei dem er auch die modernste Warmwalzanlage Europas in der Eko Stahl in Eisenhüttenstadt in Betrieb setzte, sprach Kohl mit Einsatzkräften in der gefährdeten Region, wo weitere heranströmende Wassermassen nach Regenfällen über der Lausitz und in Polen die Lage weiter verschärften.Als erster Ort wurde die Gemeinde Aurith nördlich von Eisenhüttenstadt evakuiert. "Die Lage ist kritisch, denn die hier lebenden Menschen können die Heimsuchung nicht abwenden.Deshalb müssen sie auf unsere Unterstützung vertrauen können", sagte Kohl während eines Besuches auf der seit Sonnabend gesperrten Frankfurter Stadtbrücke über die Oder.Er kündigte für die Kabinettssitzung am Mittwoch konkrete Gespräche über Soforthilfen an.Auch die Folgeschäden müßten bedacht werden.Er wolle deshalb ein großes Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau anschieben, um geschädigte Gewerbebetriebe mit zinsgünstigen Krediten zu helfen.Insbesondere Verkehrswege müßten möglichst schnell in Ordnung gebracht werden. In Ratzdorf, dem Zusammenfluß von Oder und Neiße, erwarteten die Behörden mittlerweile einen Höchstand von 7,10 Meter.In den nächsten Tagen droht ein neues Tief mit Regen über dem Odergebiet.Auch in Polen und Tschechien war am Dienstag die Gefahr von Überschwemmungen noch nicht gebannt.Zwei Wochen nach Ausbruch der Katastrophe stieg in Polen die Zahl der Toten auf 60 an. Bei der Inbetriebnahme der Warmwalzstraße zog der Kanzler eine positive Bilanz des Aufbaus in den neuen Ländern, forderte zugleich aber weitere grundlegende Reformen für das gesamte Deutschland."Wir sind nicht schlechter geworden.Wir müssen uns nur mehr sputen." Zur Situation in Ostdeutschland betonte Kohl, es sei eine beispiellose Kraftanstrengung gewesen, daß die Deutschen bis jetzt rund 900 Milliarden DM von West nach Ost tranferiert hätten.Kohl zeigte sich überzeugt, daß sich der Aufschwung Ost auch in den kommenden Jahren fortsetzen werde.Das Stahlwerk in Eisenhüttenstadt sei ein Symbol für Mut und Kraftanstrengung.

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