Kolumbien : Farc lassen vier Geiseln frei - Sarkozy schaltet sich ein

Vier von Farc-Rebellen im Januar festgesetzte Geiseln sind wieder auf freiem Fuß. Eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Kolumbien und seinen Nachbarstaaten ist aber nicht in Sicht. Nun äußerte sich auch Frankreichs Präsident Sarkozy zu dem Konflikt.

Correa
Laut ersten Umfragergebnissen gibt Rafael Correa in Ecuador weitere vier Jahre den Ton an. -Foto: dpa

Bogotá/CaracasDie kolumbianische Guerillagruppe Revolutionäre Streitkräfte (Farc) hat vier verschleppte Touristen freigelassen. Die Geiseln wurden dem Roten Kreuz in der westlichen Provinz Choco übergeben, bestätigte ein Militärsprächer im kolumbianischen Rundfunk. Die vier Kolumbianer gehören zu einer Touristengruppe, die Anfang Januar bei einer Bootstour auf dem Fluss Atrato entführt worden war.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte die Farc-Rebellen zuvor aufgerufen, ihre "Strategie humanitärer Freilassungen" fortzusetzen. In einem im kolumbianischen Fernsehen ausgestrahlten Interview verlangte Sarkozy insbesondere die Freilassung der franko-kolumbianischen Grünen-Politikerin Ingrid Betancourt. Die linksgerichtete Farc ist die größte kolumbianische Rebellenorganisation. Sie hat rund 700 Geiseln in ihrer Gewalt.

Venezuela sichert Ecuador Unterstützung zu

Im Konflikt um den kolumbianischen Militärangriff auf ein Rebellenlager in Ecuador drohte Venezuelas Präsident Hugo Chávez unterdessen mit wirtschaftlichen Maßnahmen gegen Bogotá. Nach einem Treffen mit Ecuadors Präsident Rafael Correa in Caracas erwog Chávez die Möglichkeit, den Besitz kolumbianischer Firmen in Venezuela zu verstaatlichen.

Die Farc-Kämpfer ziehen sich immer wieder in Lager nach Ecuador und Venezuela zurück, um Angriffen der kolumbianischen Armee zu entgehen. Am Wochenende hatten kolumbianische Soldaten ein Farc-Lager auf ecuadorianischem Boden angriffen und dabei den Vize-Chef der Rebellen, Raúl Reyes, getötet. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) bezeichnete den Militäreinsatz am Mittwoch als Verletzung der Souveränität Ecuadors. Eine formelle Verurteilung der Aktion sprachen die Mitgliedsstaaten jedoch nicht aus.

Chávez versprach Correa unterdessen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz die "bedingungslose Unterstützung" seines Landes. Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe sei ein "Kriegsverbrecher", sagte Chávez. Er kündigte zudem an, sich weiter um die Freilassung der Farc-Geiseln zu bemühen. (jvo/dpa/AFP)

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