Kolumbien : Geiseln müssen weiter warten

Die von Venezuelas Staatschef Hugo Chávez eingefädelte Freilassung von drei Geiseln der linksgerichteten FARC-Rebellen in Kolumbien hat sich weiter verzögert. Es könnte noch einige Tage dauern, bis jahrelang Festgehaltenen freikommen.

Bogotá/CaracasDie "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) hätten die Koordinaten des Treffpunkts zur Übergabe der Geiseln im Urwald noch nicht mitgeteilt, erklärte die venezolanische Regierung in Caracas. Die Übergabe könnte sich noch einige Tage hinausziehen, sagte der Koordinator der humanitären Aktion, Ramón Rodríguez Chacín.

Chachín sagte, es wäre "unverantwortlich", jetzt bereits den Tag der Befreiung der Geiseln festzulegen. Man warte noch auf genaue Angaben der Rebellen zum Treffpunkt. Diese könnten "jederzeit" bekanntgegeben werden. Sobald diese einträfen, könne die "nächste Phase" der Operation eingeleitet werden. Bis dahin müssen man noch "viel Geduld" haben.

Präsident Chávez warnte allerdings auch vor "Störaktionen" der kolumbianischen Streitkräfte, die das Vorhaben noch weiter hinausschieben oder gar zum Scheitern bringen könnten. Vor allem die USA seien daran interessiert, dass die Aktion nicht gelinge. "(Die USA) haben Spione, Flugzeuge. Sie wollen die Destabilisierung (Kolumbiens) und den Krieg", sagte der Linksnationalist im venezolanischen Fernsehen.

Die so genannten Garanten aus sieben Ländern, darunter Kuba, Frankreich, der Schweiz und Brasilien, sowie des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) warteten unterdessen am Sonntag in der kolumbianischen Stadt Villavicencio etwa 90 Kilometer südöstlich von Bogotá weiter auf ihren Einsatz. An der Aktion nimmt auch US- Filmemacher Oliver Stone teil. "Das ist wunderbar. Ich habe noch nie an solch einer Operation teilgenommen. Ich bin stolz darauf", sagte der Regisseur von "Platoon" und "Geboren am 4. Juli". Ob er die Aktion im Dschungel filmen wollte, verriet Stone nicht.

Die kolumbianische Regierung hatte den Chávez-Plan am Mittwoch gebilligt. Die FARC-Rebellen wollen die 44-jährige Clara Rojas, die Wahlkampfchefin der vor sechs Jahren ebenfalls verschleppten damaligen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, freilassen. Freikommen sollen auch Rojas dreijähriger Sohn Emmanuel, der während der Gefangenschaft mit einem Guerillero gezeugt wurde, sowie die ehemalige Abgeordnete Consuelo González (57). (mhz/dpa)

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