Politik : Kolumbien: Rebellen stimmen Friedensdialog zu

Kolumbiens Präsident Andres Pastrana ist es gelungen, den Farc-Rebellenchef Manuel Marulanda in zweitägigen Gesprächen zur Wiederaufnahme der seit drei Monaten eingefrorenen Friedensgespräche zu bewegen. Die von den linken Rebellen im November unterbrochenen Verhandlungen sollten am kommenden Mittwoch wieder aufgenommen werden, teilten Pastrana und Marulanda auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in der Nacht zum Samstag in der demilitarisierten Farc-Zone im Süden des Landes mit. Dabei soll es vor allem um einen Waffenstillstand in dem seit mehr als 40 Jahre währenden Konflikt gehen.

Keinen Durchbruch gab es hingegen in der Frage eines Austausches erkrankter Soldaten und Polizisten in der Hand der Farc, der ältesten und größten Rebellengruppe Kolumbiens, gegen in der Haft erkrankte Rebellen. Hier wurde lediglich vereinbart, die Bemühungen für den Austausch zu verstärken. Ähnlich vage blieb auch die Übereinkunft zur Bekämpfung rechter Paramilitärs. Das angeblich zu lasche Vorgehen der Regierung gegen die mörderischen Banden war von den Farc als Grund für die Unterbrechung der Friedensgespräche genannt worden.

Um künftige Unterbrechungen des Friedensprozesses zu vermeiden, wurde die Bildung einer gemeinsamen Kontrollkommission vereinbart. Sie solle regelmäßig über den Stand der Verhandlungen und mögliche Hindernisse berichten sowie Vorschläge zur Beilegung von Konflikten machen. Außerdem wurden Vertreter befreundeter Staaten und internationaler Organisationen für den 8. März zu einer Informationsveranstaltung über den Stand der Gespräche eingeladen.

Zum Problem der illegalen Drogenplantagen heißt es in der Vereinbarung, die Farc werde sich nicht gegen die manuelle Vernichtung von Anpflanzungen wehren. Die Regierung geht jedoch mit Sprühflugzeugen gegen die Mohn- und Kokafelder vor. Es war das dritte Treffen Pastranas mit dem Farc-Chef. "Dieses Treffen war vor allem wichtig, weil wir über alle Themen gesprochen haben, die wir uns vorgenommen hatten. Es waren zwei arbeitsreiche und nützliche Tage", sagte Pastrana.

Vor allem Pastranas Drohung, die Genehmigung zur Überlassung der Zone von der Größe der Schweiz nicht zu verlängern, hatte Marulanda nach Einschätzung politischer Beobachter in Kolumbien an den Verhandlungstisch zurückgebracht. Die Frist zur Überlassung der Zone, die eigentlich am Freitag abgelaufen wäre, wurde für die Dauer der Verhandlungen verlängert.

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