Politik : Komische Fragen

Untersuchungsausschuss prüft Vorwürfe gegen Clement-Freund

Jürgen Zurheide[Düsseldorf]

Die Frage kam Peter Michael Engel reichlich komisch vor. Da hatte eine ihm unbekannte Person innerhalb eines Tages nun schon mehrfach aus Hamburg angerufen, mal wollte sie 3000 und am Ende sogar 11 000 Quadratmeter seines Düsseldorfer Stadttores anmieten. „Das klang nicht ganz seriös", befindet Peter Michael Engel noch heute, doch damals störte ihn das weniger, zumal er für die Vermarktung des imposanten Neubaues in unmittelbarer Nähe zum Landtag zuständig war. Engel schickte ein Angebot nach Hamburg und wenige Tage später meldete sich Christian Langer, der ihm im Vertrauen eröffnete, dass nicht er, sondern der künftige Ministerpräsident des Landes, Wolfgang Clement, bei ihm einzuziehen beabsichtige. Ob es bei den darauf folgenden Gesprächen zwischen Engel, Langer und der Staatskanzlei mit rechten Dingen zugegangen ist, prüft inzwischen in Düsseldorf ein Untersuchungsausschuss.

Denn offenbar hat Clements Freund Langer versucht, sich seine Vermittlerdienste von der Regierung vergüten zu lassen; dazu kam es allerdings nicht, weil der heutige Chef des Präsidialamtes, Rüdiger Frohn, das in seiner Eigenschaft als Chef der Staatskanzlei verhindert hat. Langer selbst wurde vom Ausschuss nicht mehr gehört. Er wollte eigentlich darauf hinweisen, dass er weder direkt noch indirekt Geld von der Landesregierung erhalten hat. Er hat später ausschließlich für den Architekten gearbeitet, der vom Vermieter beauftragt und bezahlt wurde. Sein eigenes Honorar war „marktüblich" – dass er als Strohmann von Clement also den Löwenanteil kassiert hätte, wird sich an Hand der Fakten kaum beweisen lassen.

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