Politik : Kommandorat der Arbeiterpartei spricht vom Ende des Kampfes in der Türkei

Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat nach eigenen Angaben nach 15 Jahren bewaffnetem Kampf mit dem Abzug aus der Türkei begonnen. Damit komme die Partei einem Aufruf ihres zum Tode verurteilten Vorsitzenden Abdullah Öcalan nach, teilte der PKK-Kommandorat am Mittwoch in einer Erklärung mit, die von der kurdennahen Nachrichtenagentur DEM in Ankara verbreitet wurde. Angaben zur Zahl der abziehenden Kämpfer und zu deren Rückzugsgebiet machte die PKK nicht. Die Partei hatte bereits vor drei Wochen angekündigt, den seit 1984 dauernden bewaffneten Kampf für einen unabhängigen Kurdenstaat in der Türkei einzustellen.

Die türkische Regierung Ecevit gab zunächst keine Stellungnahme zum angeblichen Rückzugsbeginn ab. Nach amtlichen Angaben wurden aber bei neuen Gefechten in den osttürkischen Provinzen zehn PKK-Kämpfer getötet.

"Unsere bewaffneten Einheiten haben noch vor dem 1. September mit dem Abzug aus Nord-Kurdistan begonnen", heißt es in der Erklärung des Kommandorats, der obersten Führungsriege der PKK. In deren Sprachgebrauch bezeichnet der Begriff Nord-Kurdistan den Südosten der Türkei. Der 1. September war der Termin, den der in der Türkei inhaftierte PKK-Chef Öcalan als Termin für den Beginn des Rückzugs genannt hatte. Zugleich betonte die PKK, dass die Dauer des weiteren Abzugs von der Türkei abhängig sei. "Um den Abzug unserer Truppen zu beschleunigen, muss der türkische Staat zu den für den Frieden erforderlichen Arbeiten beitragen." Auch die Verantwortung für mögliche neue Kämpfe liege nun bei der türkischen Armee. In dem Krieg wurden seit 1984 vor allem in der Südosttürkei, aber auch bei Anschlägen in anderen Teilen des Landes, etwa 31 000 Menschen getötet.

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