Politik : Kommen und Gehen

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„Statistiken sind nicht sexy“, sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung gleich zu Beginn der Vorstellung des zweiten Migrationsberichts. Und doch hat Marieluise Beck (Grüne) ihre Zahlen irgendwie lieben gelernt. Denn die vermittelten ihr „das gute Gefühl, dass es in der Zuwanderungsfrage keinen Anlass für aufgeregte Diskussionen“ gebe.

2002 seien deutlich weniger Ausländer nach Deutschland zugewandert. Insgesamt kamen 219 000 mehr, als das Land verließen. Der so genannte Wanderungsüberschuss sank damit im Vergleich zum Vorjahr um 54 000. Bezogen auf 82 Millionen Einwohner liege der Anteil der Einwanderer bei 0,25 Prozent. Bisher nicht erfasst ist, wie sich die Osterweiterung der Europäischen Union auf die Zahlen auswirken wird. Wissenschaftler rechneten aber nicht mit gravierenden Zuzugszahlen.

„Deutschland ist sowohl Einwanderungs, als auch Auswanderungsland“, bilanzierte Beck. Der Migrationsbericht zeige eine höhere Mobilität von Ausländern und Deutschen. Seit den 90er Jahren mit der Öffnung des Eisernen Vorhangs habe sich die Lage deutlich beruhigt. Beispiel Ehegatten- und Familiennachzug: Auf diesem Weg kamen 2002 etwa 80 000 Menschen nach Deutschland. Dabei gehe es hauptsächlich um Deutsche, die ihre ausländischen Partner ins Land holten – entgegen eines geläufigen Vorurteils also gerade nicht um „den Kreuzberger Türken, der seine Ehefrau aus Anatolien holt“.

Die Zahl ausländischer Studierender habe sich in zehn Jahren auf 58 000 verdoppelt. Mit Blick auf das Zuwanderungsgesetz forderte Beck gesetzliche Rahmenbedingungen, die den Aufenthalt ausländischer Hochschulabsolventen erleichtern. Schließlich bringe die Zuwanderung auch Innovation: „Vor allem die neugierigen und mutigen Menschen wandern.“ oom

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