Kommunalwahlen : Tiefststand bei der Wahl-Beteiligung in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt hat es nach vorläufigen Angaben die bisher niedrigste Beteiligung bei Kommunalwahlen in der Geschichte der Bundesrepublik gegeben. In fünf von neun Wahlkreisen kommt es wahrscheinlich zur Stichwahl.

Magdeburg - Wie die Wahlleitung mitteilte, gaben lediglich rund ein Drittel der 1,56 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Der bisherige Tiefpunkt war 2004 ebenfalls in Sachsen-Anhalt mit landesweit 42,1 Prozent erreicht worden.

Bei den Landratswahlen setzten sich in mindestens vier von neun Landkreisen bisherige Landräte im ersten Wahlgang durch, ebenso bei der Oberbürgermeisterwahl in der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau. In den übrigen Kreisen kommt es voraussichtlich am 6. Mai zu Stichwahlen. Die Zusammensetzung der Kreistage wurde anschließend ausgezählt, nach ersten Ergebnissen lag die CDU klar vor SPD und Linkspartei.

Koschig gewinnt in Dessau-Roßlau

In der kreisfreien Stadt Dessau, die mit dem benachbarten Roßlau fusioniert, gewann der bisherige Roßlauer Bürgermeister Klemens Koschig (parteilos) die Oberbürgermeisterwahl. Er setzte sich gegen sechs Bewerber mit 56,8 Prozent durch.

Grund für die vorgezogenen Wahlen ist die Kreisgebietsreform, bei der im Juli die Zahl der Landkreise von 21 auf elf sinkt. In den Landkreisen Stendal und Altmarkkreis Salzwedel sowie in den kreisfreien Städten Magdeburg und Halle wurde nicht gewählt, weil deren Zuschnitt von der Reform unberührt bleibt. Die Kommunalwahlen 2004 hatte die CDU - bezogen auf das ganze Land - mit 35,7 Prozent klar gewonnen. Danach kamen die Linkspartei mit 22,5 Prozent der Wählerstimmen und die SPD mit 20,3 Prozent. (tso/AFP)

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