KONFERENZ IN HAMBURG : Keine Systemfrage

Der innerparteiliche Streit in der CDU um eine zwei- oder dreigliedrige Form der weiterführenden Schulen hat am Montagabend in Hamburg auf der ersten von vier Regionalkonferenzen keine Rolle gespielt. Von Kritik an der geplanten Abkehr vom dreigliedrigen Schulsystem war nichts zu hören. Vor der mitdiskutierenden Parteibasis aus den norddeutschen CDU-Landesverbänden unterstrichen Bundesbildungsministerin

Annette
Schavan und der sächsische Bildungsminister Roland Wöller, dass es künftig vor allem auf das Lehrpersonal ankomme, damit der Bildungsstandard gesteigert werden könne. Dementsprechend wolle man eine Exzellenzinitiative für den Lehrerberuf starten, um sich auch endgültig vom Image der „faulen Säcke“, das Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) einst in die Welt gesetzt hatte, zu verabschieden. Hamburgs Uni-Präsident Dieter Lenzen konnte als Gast bei der Diskussion da nur beipflichten, dass man sich in erster Linie auf die Qualität des Unterrichts konzentrieren möge und weniger auf die Schulform. Große Defizite attestierte Lenzen dem gesamten Bereich der beruflichen Bildung; er hinterfragte die Notwendigkeit von über 400 Ausbildungsberufen, wo die Schweiz doch vergleichsweise erfolgreich auch mit nur 25 auskomme. Schavan sprach sich für Studiengebühren aus, denn ein Geselle müsse sich seine Vorbereitung auf den Meisterbrief und anschließend den Aufbau einer eigenen geschäftlichen Existenz auch selbst finanzieren. Bei konsequenter Gebührenerhebung könnten den Studierenden an den Hochschulen so zwei Milliarden Euro mehr zugute kommen, sagte die Ministerin.dhan

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