Konferenz in Paris : Quo vadis Darfur?

Die internationale Gemeinschaft ringt in Paris um eine Lösung für die sudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur. Dort sind seit 2003 mehr als 200.000 Menschen getötet worden.

Angesichts der laufenden Bundeswehr-Auslandseinsätze hält Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) eine Aufstockung der deutschen Soldaten in der Darfur-Krise für unwahrscheinlich. "Ich kann mir (...) nicht vorstellen, dass wir mit eigenen Soldaten vor Ort sein werden", sagte Steinmeier bei der Pariser Darfur-Konferenz. "Wir müssen das für uns kalkulieren", fügte er hinzu und verwies vor allem auf die Belastung der deutschen Streitkräfte durch die Einsätze in Afghanistan und im Libanon. Deutschland werde sich aber "mit einem nochmaligen Betrag von um die 20 Millionen Euro" an der Finanzierung der bisherigen Truppe beteiligen, sagte Steinmeier.

Die Bundeswehr beteiligt sich mit bis zu 200 Soldaten an der Überwachungsmission afrikanischer Staaten (Amis). Dabei helfen deutsche Soldaten, Truppen der Afrikanischen Union (AU) in die Bürgerkriegsregion zu transportieren. Bis zu 75 Bundeswehr-Soldaten unterstützen zudem die UN-Friedensmission im Südsudan (Unmis). Diese überwacht die Umsetzung des Friedensabkommens zwischen der Regierung in Khartum und der südsudanesischen Volksbefreiungsbewegung.

Sarkozy: "Es gibt nur eine politische Lösung"

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy rief die internationale Gemeinschaft auf, in der Frage des Bürgerkrieges fest gegenüber dem Sudan und den Rebellengruppen aufzutreten. "Ich glaube, dass die Festigkeit der internationalen Gemeinschaft der einzige Weg ist, um alle zu Gesprächen zu bewegen", sagte Sarkozy. "Es gibt nur eine politische Lösung."

Wenn der Sudan kooperiere, solle er "kräftig unterstützt" werden, sagte Sarkozy. Die Zustimmung Khartums am 12. Juni zur Stationierung einer gemeinsamen Truppe der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union sei "ein ermutigendes Zeichen". Die 20.000 Mann starke Truppe soll die bisher stationierten 7000 afrikanischen Soldaten ablösen.

Zwei Millionen Vertriebene

Der Sudan blieb dem Pariser Treffen fern. Zu den Teilnehmern gehörte auch China, das mit dem Sudan verbündet ist. Das Treffen sollte nach Pariser Darstellung die "internationale Gemeinschaft mobilisieren", um "einen klaren Wegweiser aus der Darfur-Krise" zu schaffen und den Menschen in Not zu helfen. In dem Bürgerkrieg in Darfur sind nach UN-Angaben mehr als 200.000 Menschen getötet und zwei Millionen vertrieben worden.

Vor dem Treffen hatte Sarkozy mit der US-Außenministerin Condoleezza Rice die Darfur-Krise erörtert. Rice hatte erklärt: "Wenn die Regierung in Khartum nicht in der Lage oder nicht willens ist, für die Sicherheit der Menschen in Darfur zu sorgen, dann muss sie eben internationale Hilfe dabei akzeptieren." (mit dpa und AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben