Konferenz in Rom : Annan fordert Waffenruhe

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat bei der internationalen Libanonkonferenz in Rom von den Konfliktparteien ein "sofortiges Ende" der Kämpfe gefordert. Die Lage für die Menschen in der Region sei "entsetzlich und gefährlich".

Rom - Annan forderte die Schiitenmiliz Hisbollah auf, ihre Angriffe auf die israelische Bevölkerung zu beenden. Israel solle seinerseits Luftangriffe, Blockaden und Bodenoperationen einstellen. Durch eine Waffenruhe könnten «wichtige Stunden und Tage» für Gespräche über Hilfeleistungen gewonnen werden. Annan wiederholte seinen Vorschlag einer internationalen Truppe, die eine «entscheidende Rolle» in der Region spielen könne.

Zuvor hatte der italienische Außenminister Massimo D'Alema eine Geberkonferenz für den Wiederaufbau des Libanon gefordert. Eine solche Konferenz müsse «schnellstmöglich» einberufen werden, sagte er. Es sei unerlässlich, dass Uno, EU und USA und die anderen internationalen Organisationen miteinander kooperierten, um Nahrungsmittellieferungen für die libanesische Bevölkerung auf den Weg zu bringen. Die USA hatten am Montag bekannt gegeben, 30 Millionen Dollar (knapp 24 Millionen Euro) an humanitärer Hilfe für den Libanon bereitzustellen.

Der französische Präsident Jacques Chirac schlug vor, eine internationale Truppe solle neben der israelisch-libanesischen Grenze auch die Grenze zwischen dem Libanon und Syrien überwachen. Eine solche Truppe solle «den Waffenstillstand überwachen und die Achtung der Grenzen sichern, natürlich sowohl der israelisch-libanesischen als auch der syrisch-libanesischen Grenzen», sagte Chirac der Pariser Tageszeitung «Le Monde». Notwendig sei zunächst aber ein «politisches Abkommen, das einen Waffenstillstand voraussetzt».

Eine Sicherung der syrisch-libanesischen Grenze zählt auch zu den Forderungen Israels, das auf diesem Wege syrische Waffenlieferungen an die Hisbollah im Libanon unterbinden will. Den Worten Chiracs zufolge müsste ein politisches Abkommen im derzeitigen Konflikt «einerseits zwischen der libanesischen Regierung und der Hisbollah ausgehandelt werden und andererseits zwischen der internationalen Gemeinschaft, Israel und dem Libanon». (tso/AFP)

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