Politik : Konflikt im Nahen Osten: Hamas kündigt weitere Selbstmordanschläge an

Der US-Sondervermittler für den Nahen Osten, William Burns, wird am Sonntag erstmals seit seiner Ernennung mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon und mit Palästinenserpräsident Jassir Arafat zusammentreffen. Burns will mit den beiden Politikern über eine Fortsetzung des festgefahrenen Friedensprozesses in Nahost reden, wie ein israelischer Regierungssprecher am Samstag mitteilte. Der US-Diplomat war erst am vergangenen Montag zum US-Nahostvermittler ernannt worden. Unterdessen warf Arafat den Vereinten Nationen eine ohnmächtige Haltung gegenüber Israel vor. Im Gazastreifen kündigten hunderte Anhänger der radikalislamischen Palästinenserbewegungen Hamas und Islamischer Dschihad weitere Selbstmordattentate in Israel an.

Bei einem Treffen der Organisation der islamischen Konferenz in Doha sprach Arafat am Samstag von einer "totalen Ohnmacht des UN-Sicherheitsrates". In Anspielung auf die USA stellte er die Frage: "Wer verordnet dem Sicherheitsrat dieses Schweigen auf Kosten unseres Volkes und seiner Märtyrer?" Der Palästinenserpräsident kündigte in der Hauptstadt von Katar zugleich die Fortsetzung des Palästinenseraufstandes an. Sein Volk werde seinen Widerstand fortsetzen, "bis die palästinensische Flagge in Jerusalem weht".

Auf der Trauerfeier für den am Freitag im Gazastreifen gestorbenen Selbstmordattentäter skandierten Mitglieder der radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad: "Wir werden die Selbstmordanschläge gegen den zionistischen Feind dort fortsetzen, wo er ist." Zu dem Selbstmordattentat auf einen israelischen Militärposten im Gazastreifen hatte sich die Hamas bekannt. Der Islamische Dschihad bekannte sich zu dem Selbstmordanschlag in der israelischen Stadt Hadera, bei dem die beiden Attentäter starben und mehrere Zivilisten verletzt wurden.

Unterdessen wurde ein Mitglied der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Jassir Arafat bei der Explosion seines Autos nahe Nablus im Westjordanland getötet. Neun Palästinenser wurden durch die Explosion verletzt, drei von ihnen schwer. Russland will bei dem bevorstehenden Besuch von Palästinenserpräsident Jassir Arafat in Moskau neue Friedenspläne für den Nahen Osten zur Sprache bringen. "Unsere Hauptaufgabe ist, die Vorschläge in die Tat umzusetzen, damit die Gewalt gestoppt wird", sagte Außenminister Igor Iwanow am Samstag bei einem Treffen mit seinem tunesischen Amtskollegen Habib Ben Yahia in Moskau. Arafat wird am Montagabend zu politischen Verhandlungen in Moskau erwartet. Iwanow erwähnte sowohl die jüngsten ägyptisch-jordanischen Pläne als auch den so genannten Mitchell-Report als Voraussetzung für die Beendigung der Gewalt. Alle Vorschläge sehen die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen mehrere Wochen nach dem Inkrafttreten eines Waffenstillstands und eines Stopps des jüdischen Siedlungsbau vor. Russland ist gemeinsam mit den USA Schirmherr des Nahost-Friedensprozesses.

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