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Konflikt in der Ukraine : Kreml: Putin und Poroschenko beraten über mögliche Waffenruhe

Offenbar haben der russische Präsident Putin und sein ukrainischer Kollege Poroschenko Gespräche über eine Waffenruhe im Südosten der Ukraine begonnen. Zuvor war eine Gas-Pipeline in Richtung Europa bei einer Explosion in der Ukraine beschädigt worden.

Nach Angaben des Kreml haben Poroschenko und Putin Gespräche über eine Waffenruhe begonnen.
Nach Angaben des Kreml haben Poroschenko und Putin Gespräche über eine Waffenruhe begonnen.Foto: AFP

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Kollege Petro Poroschenko haben Beratungen über eine mögliche Waffenruhe im Osten der Ukraine aufgenommen. Die beiden hätten über einen "möglichen Waffenstillstand im Südosten der Ukraine" gesprochen, teilte der Kreml am Dienstag mit. Russland steht im Verdacht, die Unruhen im Osten der Ukraine durch die Unterstützung der prorussischen Separatisten anzuheizen.

Explosion an der "Transsibirischen Pipeline"

Zuvor war bei einer Explosion in der Ukraine ist eine Erdgasleitung in Richtung Europa beschädigt worden. Die wahrscheinlichste Ursache der Explosion an der als "Transsibirische Pipeline" bekannten Leitung sei ein "Terrorakt", sagte der ukrainische Innenminister Arsen Awakow am Dienstag. Pipeline-Betreiber Uktransgaz erklärte, die Gaslieferungen nach Europa seien nicht betroffen.

Die Explosion in der nordöstlichen Region Poltawa erfolgte einen Tag, nachdem Russland der Ukraine im Streit um ausstehende Zahlungen und künftige Preise den Gashahn zugedreht hatte. Die Ukraine ist für die Europäische Union eines der wichtigsten Transitländer für Erdgas aus Russland. Der russische Staatskonzern Gazprom hatte am Montag vor "möglichen Störungen" bei den Gaslieferungen in die EU gewarnt.

Feuer nach der Explosion in der Region Poltawa im Nordosten der Ukraine.
Feuer nach der Explosion in der Region Poltawa im Nordosten der Ukraine.Foto: dpa

Die "Sabotage" der Urengoj-Pomari-Uschgorod-Leitung sei "ein weiterer Versuch Russlands, die Ukraine als Partner im Gassektor zu diskreditieren", sagte Innenminister Awakow. Nach Angaben des Katastrophenschutzes stieg nach der Explosion eine 30 Meter hohe Stichflamme auf. Nach Polizeiangaben wurde offenbar niemand verletzt.

Russischer Journalist bei Kämpfen getötet

Die 4500 Kilometer lange Pipeline verläuft von den Gasfeldern in Sibirien über die Ukraine bis zu den europäischen Kunden. Der ukrainische Katastrophenschutz erklärte, die Explosion sei vermutlich durch ein Beschädigung des Rohrs oder einen Druckverlust an einer Dichtung verursacht worden.

Der Tod eines russischen Journalisten bei Kämpfen in der Ostukraine verschärfte derweil die Spannungen zwischen Moskau und Kiew. Der Journalist Igor Korneljuk vom russischen Staatsfernsehen geriet am Dienstag nahe der Rebellenhochburg Lugansk unter Beschuss und starb nach Angaben eines Arztes im Krankenhaus.

Moskau sprach von einem "weiteren Verbrechen der ukrainischen Truppen". Ein Tonassistent des getöteten Fernsehreporters werde vermisst, erklärte das russische Außenministerium. Das Ministerium forderte eine Untersuchung der "Tragödie". Die Verantwortlichen müssten "hart bestraft werden". Korneljuk sei durch Mörserbeschuss auf einen Ort getötet worden, "wo es keinerlei militärische Ziele" gegeben habe. Der Tod des 37-Jährigen zeige ein weiteres Mal "die verbrecherische Natur der Truppen, die den Strafeinsatz im Osten der Ukraine führen", erklärte das Außenministerium.

UNO warnt vor humanitären Krise

Die UNO warnte vor einer humanitären Krise in der Ostukraine, sollte keine politische Lösung in dem Konflikt gefunden werden. Der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin sagte, die Situation verschlimmere sich "ständig". Er kritisierte insbesondere die "willkürliche" Gewalt der ukrainischen Armee.

Die EU zahlte der Ukraine am Dienstag 500 Millionen Euro bereits verabredeter Finanzhilfe aus. Das Geld könne auch zur Begleichung der Gas-Schulden eingesetzt werden, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. Die Ukraine schuldet Russland für bereits geliefertes Gas insgesamt 4,5 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro). (AFP)

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