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Konflikt mit den Kurden : USA stellen sich auf Seite der Türkei

Die USA stärken der Türkei beim Konflikt mit der PKK den Rücken. Ankara habe das Recht, gegen "terroristische Ziele" vorzugehen. Die EU möchte eine politische Lösung des aktuell wieder aufflammenden Konfliktes mit den Kurden erreichen.

Die EU ermahnt die Türkei, eine friedliche Lösung zu Suchen. Dieses Bild zeigt den türkischen Ministerpräsident Ahmet Davutoglu in einem Sicherheitsmeeting.
Die EU ermahnt die Türkei, eine friedliche Lösung zu Suchen. Dieses Bild zeigt den türkischen Ministerpräsident Ahmet Davutoglu in...Foto: dpa

Nach den Angriffen gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und die Rebellen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) haben die USA der Türkei den Rücken gestärkt. Ankara habe das "Recht", gegen "terroristische Ziele" vorzugehen, sagte der Vize-Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Ben Rhodes, am Sonntag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Rhodes erinnerte daran, dass die USA die PKK als "Terrororganisation" einstufen. Zugleich begrüßte Rhodes das "entschlossenere" Vorgehen der Türkei gegen den IS. Die türkische Luftwaffe hatte am frühen Freitagmorgen erstmals Stellungen der IS-Extremisten im Nachbarland Syrien bombardiert. Darüber hinaus griff sie militärische Einrichtungen der PKK im Nordirak an. Für den fragilen Friedensprozess der Regierung in Ankara mit der in der Türkei verbotenen Kurdenorganisation stellen die Angriffe auf die PKK-Stellungen eine schwere Belastungsprobe dar. Ankara betrachtet die PKK als "Terrororganisation". Die Luftangriffe auf die IS-Stellungen markierten eine Kehrtwende in der bisherigen Politik Ankaras. Die islamisch-konservative türkische Regierung war lange dafür kritisiert worden, zu wenig gegen den IS vorzugehen. Nach monatelangen Verhandlungen erlaubte die Türkei zudem den USA die Nutzung des Luftwaffenstützpunkts Incirlik

EU möchte politische Lösung und mahnt Türkei

Die EU hat die Türkei ermahnt, den Friedensprozess mit den Kurden fortzuführen. „Jede Handlung sollte das Risiko vermeiden, die Waffenruhe und den kurdischen Friedensprozess zu gefährden“, schrieb die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini in einer am Samstagabend in Brüssel verbreiteten Erklärung. Zuvor hatte sie mit dem türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu telefoniert. Die türkische Regierung habe in den vergangenen Jahren „Mut, feste Entschlossenheit und Weisheit bewiesen“ und sich für eine politische Lösung des Konflikts eingesetzt. „Die EU wird der Regierung auf diesem Weg weiter helfen“, schrieb Mogherini. Die EU unterstütze die Türkei auch im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und gegen jede Form des Terrorismus.

Zwei türkische Soldaten sterben bei Anschlag

Zwei türkische Soldaten sind bei einem Sprengstoffanschlag im Südosten des Landes ums Leben gekommen. Vier Menschen seien bei der Detonation einer Autobombe und weiterer selbst gebauter Sprengstoffe in der Nacht zu Sonntag verletzt worden, teilte die türkische Armee mit. Die Tat ereignete sich in der Stadt Diyarbakir. Das Militär schrieb den Anschlag kurdischen Aufständischen zu. Am Wochenende hatte die Türkei ihre Militäraktionen in den Nachbarstaaten Syrien und Irak ausgedehnt und neben den Extremisten des IS auch Lager der Kurdischen Arbeiterpartei PKK angegriffen (dpa,Reuters,AFP).

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