Update

Konflikt mit Rebellen : Krise in Zentralafrika - USA schließen Botschaft

In der Zentralafrikanischen Republik rücken Rebellenverbände auf die Hauptstadt Bangui vor. Der Präsident bittet das Ausland um militärische Hilfe. Die USA schließen ihre Botschaft vorübergehend.

Die USA haben wegen des Vormarsches der Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik ihre Botschaft in der Hauptstadt Bangui vorübergehend geschlossen. Wie das US-Außenministerium am Donnerstag in Washington auf seiner Internetseite mitteilte, verließen der US-Botschafter und seine Diplomaten die Stadt. Die Entscheidung sei allein aus Sorge über die Sicherheit der Botschaftsmitarbeiter getroffen worden. Sie habe keinen Einfluss auf die diplomatischen Beziehungen zum Land selbst, betonte das US-Außenministerium.

Angesichts des Vormarsches der Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik hatte Präsident François Bozizé die ehemalige Kolonialmacht Frankreich und die USA um militärische Hilfe gebeten. Paris winkte jedoch bereits ab.
Frankreich werde sich „in keiner Weise in die inneren Angelegenheiten des Landes einmischen“, sagte Präsident François Hollande am Donnerstag in Paris. Unterdessen ziehen die Vereinten Nationen alle nicht unbedingt vor Ort benötigten Mitarbeiter aus dem Land ab.

Die ersten von ihnen hätten das Land bereits verlassen, teilte die Leiterin des UN-Entwicklungsprogramms, Helen Clark, per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Tausende Menschen sind in der Zentralafrikanischen Republik derzeit auf der Flucht, nachdem ein Bündnis mehrerer bewaffneter Milizen strategisch wichtige Städte eingenommen hat.

In der Hauptstadt Bangui war die Lage am Donnerstag angespannt, berichteten Augenzeugen. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung werde immer schwieriger, sagte ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Telefon.

Nach Informationen von Radio France International sind die Rebellenverbände in den vergangenen Tagen bis auf 300 Kilometer Richtung Bangui vorgerückt. Ein Rebellensprecher dementierte nach diesen Angaben, die Truppen wollten die Stadt einnehmen.

Die Rebellen wollen Präsident Bozizé offenbar stürzen, weil dieser eine Friedensvereinbarung aus dem Jahr 2007 gebrochen haben soll. Am vergangenen Sonntag waren sie in Bambari einmarschiert, der drittgrößten Stadt des Landes. Zuvor hatten sie bereits wichtige Bergbaugebiete im Westen unter ihre Kontrolle gebracht.

Die militärische Präsenz Frankreichs in der Zentralafrikanischen Republik solle nicht „ein Regime beschützen“, sagte Präsident Hollande. Ziel sei, französische Staatsangehörige in dem Land zu schützen. Nach Angriffen von Demonstranten hatte Frankreich am Mittwoch seine Botschaft bereits mit Soldaten gesichert. Die Demonstranten sollen gegen Frankreichs Passivität in dem Konflikt protestiert haben. (dpa)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben