Konflikt mit USA droht zu eskalieren : Nordkorea macht Raketen einsatzbereit

Nordkoreas Kriegsrhetorik eskaliert: Machthaber Kim Jong Un will mit den USA eine „Rechnung begleichen“. Dafür ließ er in der Nacht zum Freitag Raketen in Bereitschaft versetzen - diese können angeblich Ziele auf dem US-Festland treffen.

Spannungen nehmen zu: Nordkoreas Machtinhaber Kim Jong Un setzt Raketeneinheiten gegen die USA in Angriffsbereitschaft.
Spannungen nehmen zu: Nordkoreas Machtinhaber Kim Jong Un setzt Raketeneinheiten gegen die USA in Angriffsbereitschaft.Foto: Reuters

Nach der Entsendung von zwei US-Tarnkappenbombern nach Südkorea hat Nordkorea nach eigenen Angaben seine Raketen für mögliche Angriffe in Bereitschaft versetzt. Machthaber Kim Jong Un habe in einer nächtlichen Dringlichkeitssitzung mit Spitzen der Armee den Befehl erteilt, die strategische Raketeneinheiten in Angriffsbereitschaft zu versetzen, berichteten die Staatsmedien des Landes am Freitag. Die Raketen sollten „jederzeit“ abgefeuert werden können, um das Festland der USA, deren Militärstützpunkte auf Hawaii, Guam und andere Gebiete im Pazifik sowie Ziele in Südkorea zu treffen. Pentagon-Chef Chuck Hagel sagte dazu, Washington nehme die „Provokationen sehr ernst“.

Im Falle einer „rücksichtslosen“ Provokation seitens der USA müssten Nordkoreas Streitkräfte „erbarmungslos das US-Festland und Militärstützpunkte auf den Pazifik-Inseln Guam und Hawaii sowie deren Stützpunkte in Südkorea angreifen“, zitierte KCNA den nordkoreanischen Machthaber. Bislang ist allerdings noch nicht bewiesen, dass Nordkoreas Raketenkapazitäten ausreichen könnten, um US-Festland zu erreichen.

Kim bezog sich mit seiner Drohung auf die Entsendung zweier atomwaffenfähiger Tarnkappenbomber vom Typ B-2 nach Südkorea durch die USA am Donnerstag. Dieser Schritt sei keine bloße Machtdemonstration mehr, sondern weise darauf hin, dass die USA einen „Atomkrieg um jeden Preis“ entfachten. Bereits am Dienstag hatte Pjöngjang mit Angriffen gedroht und angeblich die Sondereinheiten seiner gesamten Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt.

Ein südkoreanischer Militärvertreter sagte der Nachrichtenagentur Yonhap, an den Raketenstützpunkten des nördlichen Nachbarn sei eine deutlich erhöhte Aktivität von Personal und Fahrzeugen festzustellen. Südkorea und Nordkorea befinden sich praktisch noch immer im Kriegszustand.

Die Spannungen in der Region hatten zuletzt auch wieder deutlich zugenommen, nachdem Pjöngjang als Reaktion auf die Verschärfung von UN-Sanktionen nach einem unterirdischen Atomtest den Nichtangriffspakt mit dem Süden aufgekündigt hatte. Zuvor hatte Nordkorea den USA bereits mit einem atomaren Erstschlag gedroht.

Die USA und Südkorea vereinbarten jüngst eine verstärkte militärische Zusammenarbeit. Die US-Regierung verpflichtete sich, Südkorea selbst bei kleineren Provokationen militärisch beizustehen. Die USA stünden „Schulter an Schulter mit unseren Verbündeten in Südkorea“, bekräftigt das Weiße Haus am Donnerstag. Washington werde und müsse auf „jede Eventualität“ vorbereitet sein, sagte US-Verteidigungsminister Hagel vor Journalisten im Pentagon. „Wir nehmen diese Provokationen des Nordens sehr ernst und wir werden darauf reagieren.“ Unterdessen sagte ein Nordkorea-Experte von der Dongguk Universität, die Drohungen aus Pjöngjang dürften nicht so gedeutet werden, dass ein Krieg „unmittelbar bevorsteht“. Es handle sich um eine „erwartete“ Reaktion des Nordens auf die Entsendung der B-2-Bomber durch die USA, sagte Kim Yong Hyun.

Zu Gesprächen über den Konflikt mit Nordkorea reist US-Außenminister John Kerry nach Angaben seiner Behörde übernächste Woche nach Seoul, Tokio und Peking. (AFP, dpa)


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