Politik : Konflikte Welche schafft der Klimawandel?

Die Erderwärmung verschiebt Grenzen oder lässt ganz neue entstehen. Die Konflikte der Zukunft werden um Ressourcen geführt – und um Land.

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Erst seit das Meereis rund um den Nordpol schmilzt, ist die unwirtliche Arktis wirtschaftlich interessant. Mit dem schmelzenden Eis wachsen die Interessenkonflikte der Anrainerstaaten. Eine ähnliche Konfliktlage hat sich durch den sinkenden Seespiegel des Viktoriasees zwischen Kenia und Uganda ergeben. Hier geht es um eine Insel, die es erst gibt, seit sich die Ökologie des Sees dramatisch verändert, woran auch die globale Erwärmung einen Anteil hat. Besonders drastisch fallen die Veränderungen für kleine Inselstaaten aus, die oft weniger als einen Meter aus dem Meer ragen. Der steigende Meeresspiegel macht ihnen das Überleben schon heute schwer. Wenn die globalen Treibhausgasemissionen nicht vor 2015 zu sinken beginnen, haben diese Staaten kaum noch Überlebenschancen.

Beim Weltklimagipfel in Durban, der eigentlich am Freitagabend schon hätte beendet sein sollen, ging es zwei Wochen lang auch um die Rettung der kleinen Inselstaaten. Das Ergebnis der Konferenz war auch am späten Samstag noch unklar. In der Nacht von Freitag auf Samstag haben die Minister bis morgens um fünf Uhr versucht, ein Paket zu schnüren. Es sollte zum einen den neuen Grünen Klimafonds arbeitsfähig machen, aus dem Entwicklungsländer künftig Geld für den Aufbau einer kohlenstoffarmen Energieversorgung und zur Anpassung an den Klimawandel bekommen sollen. Beobachter gingen am späten Samstag davon aus, dass zumindest der Fonds beschlossen werden würde. Weiter umstritten blieb die Frage, ob sich Europa und weitere 100 Staaten mit der Forderung durchsetzen würden, dass bis 2015 ein neuer Klimavertrag in Kraft treten müsste, in dem sich neben den Kyoto-Staaten auch die großen Treibhausgasemittenten USA, China, Indien und Brasilien zum Klimaschutz verpflichten lassen. Die EU und die sie unterstützenden afrikanischen Staaten, die ärmsten Entwicklungsländer und kleinen Inselstaaten hatten ultimativ eine Verpflichtung der Schwellenländer und der USA verlangt. Die USA haben sich am Samstag weiter dagegen gesperrt. Indien lehnt jegliche Verpflichtung ab, und auch China, das sich Anfang der Woche kompromissbereit gezeigt hatte, zögerte am Samstag noch. Brasilien dagegen will offenbar dabei sein. Und Südafrika kämpft.

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