Politik : Kongo: Gespannte Ruhe bei Kabilas Beerdigung

Eine Woche nach seiner Ermordung ist am Dienstag in Kinshasa der kongolesische Präsident Laurent Kabila beigesetzt worden. Zur Trauerzeremonie im Palast des Volkes, in dem der Tote seit Sonntag aufgebahrt war, waren nur wenige Staatschefs gekommen. Tausende von Menschen säumten indes die Straßen zum Palast der Nation, an dessen Eingang sich Kabilas Mausoleum befindet.

An seinem teilweise geöffneten Sarg nahmen die engsten Familienangehörigen und Verbündeten noch einmal Abschied von Kabila, der am vergangenen Dienstag von einem seiner Leibwächter aus bislang ungeklärten Motiven erschossen worden war. Das staatliche Fernsehen zeigte Bilder, in denen Kabilas Gesicht unterhalb der Nase von einem Tuch bedeckt war.

Nach Meldungen des britischen Rundfunks BBC herrschte den ganzen Tag über höchste Sicherheitsstufe in der Metropole des drittgrößten afrikanischen Staates. Augenzeugen berichteten von zahlreichen Panzern vor strategischen Gebäuden der Stadt. Schwerbewaffnete Militärs patrouillierten in Zivilfahrzeugen durch die Straßen. Bis zum späten Nachmittag wurden keine Unruhen gemeldet, jedoch berichteten westliche Journalisten von ausländerfeindlichen Reaktionen gegenüber Weißen.

Wenige afrikanische Staatschefs, darunter die Präsidenten des benachbarten Kongo-Brazzaville sowie der verbündeten Staaten Simbabwe, Angola und Namibia, waren zum Staatsbegräbnis angereist. Dagegen blieb der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki fern. Von den westlichen Regierungen war nur der belgische Außenminister Louis Michel nach Kinshasa geflogen. Belgien kündigte an, Michel werde nach der Beerdigung in einige am Bürgerkrieg beteiligte Länder reisen, um über eine Friedenslösung zu beraten. Unmittelbar nach Kabilas Beisetzung sollte sein Sohn, der 31-jährige Generalmajor Joseph Kabila, als sein Nachfolger vereidigt werden.

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