Kongo : Lage beruhigt sich

Nach den erbitterten Gefechten der letzten Tage kehren die Kongolesen zur Normalität zurück. In Kinshasa läuft der Verkehr wieder; die Geschäfte sind ebenfalls wieder geöffnet.

Kinshasa - Nach den schweren Gefechten der vergangenen Tage hat sich die Lage in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa am Mittwoch zunächst weiter beruhigt. Nach und nach kam am Vormittag der Verkehr auf den Hauptstraßen der Stadt wieder in Gang, wie ein AFP-Reporter berichtete. In einigen Stadtvierteln hatten auch die Geschäfte seit den frühen Morgenstunden geöffnet. Die Anhänger der Rivalen um das Präsidentenamt hatten sich seit Sonntagabend 36 Stunden lang heftige Gefechte in Kinshasa geliefert, woraufhin die europäische Friedenstruppe Eufor erstmals eingreifen musste. Rund 200 Bundeswehrsoldaten wurden dabei zur Verstärkung von Gabun in den Kongo verlegt. Die Kontrahenten einigten sich schließlich auf eine Waffenruhe.

Amtsinhaber Joseph Kabila und dessen Kontrahent Jean-Pierre Bemba treten am 29. Oktober in einer Stichwahl gegeneinander an. Nach dem vorläufigen Ergebnis der ersten Runde der Präsidentschaftswahl lag Kabila mit 44,8 Prozent vor Bemba, der auf 20 Prozent kam.

Der Sprecher der Eufor-Truppen im Kongo, Peter Fuss, sagte dem TV-Sender N24, inzwischen sei es "gottseidank sehr, sehr ruhig". Die Waffenruhe scheine zu halten. Die deutschen Soldaten seien von Gabun nach Kinshasa verlegt worden, "um ganz deutlich zu machen, dass Eufor hier einen Auftrag hat, nämlich (gemeinsam mit der UN-Truppe Monuc) Stabilität ins Land zu bringen, und dass wir glaubwürdig sind in unserer Auftragsdurchführung". Die deutschen Soldaten seien so bewaffnet, dass sie sich der Gefährdungslage stellen könnten. "Wir gehen aber davon aus, dass sie nicht zum Einsatz kommen." (tso/AFP)

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