Kongo : UN-Transport soll Hilfe bringen

Nach der Rebellen-Offensive im Kongo gibt es aus der Krisenregion Berichte über Plünderungen und Vergewaltigungen. Die UN will nun Lebensmittel und Medikamente für zehntausende Flüchtlinge in die von den Rebellen kontrollierten Gebiete bringen.

Nairobi/Goma Der UN-Transport soll am Montag von Goma in Gebiete aufbrechen, die von den Truppen des Rebellengenerals Laurent Nkunda kontrolliert werden. Der Transport, der ursprünglich bereits am Sonntag aufbrechen sollte, werde von UN- Friedenstruppen der Monuc-Mission begleitet, sagte Gloria Fernandey, Leiterin der humanitären Operationen der UN in dem zentralafrikanischen Land, am Montagmorgen im britischen Rundfunksender BBC. Die Zahl der Monuc-Soldaten in der Krisenregion sei verstärkt worden, sagte sie. "Die Sicherheit der Zivilisten hat Vorrang."

Ziel des Transports ist unter anderem Rutshuru, wo in der vergangenen ein Flüchtlingslager mit mehr als 50.000 Einwohnern nach UN-Angaben geplündert wurde. Die Flüchtlinge, unter ihnen viele Kinder, konnten zum Teil seit Anfang Oktober wegen der andauernden Kämpfe nicht von UN-Helfern und anderen Organisationen erreicht werden. Viele Flüchtlinge sind unterernährt und erschöpft, hieß es.

Der von Nkunda erklärte einseitige Waffenstillstand dauerte am Montag an. Nkundas Rebellen stehen unmittelbar vor Goma. Ihre Offensive hatte eine Massenflucht ausgelöst.

"Wir können uns nicht abwenden"

Die Außenminister Frankreichs und Großbritanniens, Bernard Kouchner und David Miliband, fordern angesichts der humanitären Lage eine Verstärkung der UN-Mission im Kongo gefordert. "Die internationale Gemeinschaft muss Nothilfe leisten, die Monuc verstärken und dabei helfen, dass die bisherigen Vereinbarungen umgesetzt werden", heißt es in einer am Sonntag im tansanischen Daressalam veröffentlichten Erklärung.

Wenn die internationale Gemeinschaft nicht handle, werde sich die Krise weiter verschlimmern. "Wir können uns nicht abwenden, es ist dringend nötig, die Krise zu lösen", betonten die Außenminister. Die beiden Chefdiplomaten hatten in den vergangenen drei Tagen mit den Präsidenten Joseph Kabila (Kongo), Paul Kagamé (Ruanda) und Jakaya Kikwete (Tansania) über eine politische Lösung für den Konflikt in der Region Nord Kivu beraten. Kikwete ist der amtierende Vorsitzende der Afrikanischen Union (AU).

Einigung auf Gipfeltreffen

Kouchner und Miliband appellierten an die kongolesische Regierung, ihre Truppen unter Kontrolle zu halten und sich an die Verpflichtungen der zuvor in Nairobi und Goma unterzeichneten Friedensabkommen zu halten. In den vergangenen Tagen hatte es in Goma wiederholt Berichte über Plünderungen und Vergewaltigungen auch durch Regierungssoldaten gegeben.

Die beiden Minister wollten am Montag den EU-Außenministern einen Bericht über die Lage im Kongo vorlegen. Der für humanitäre Aufgaben zuständige EU-Kommissar Louis Michel, der ebenfalls in den Kongo gereist war, hatte bereits erklärt, Kabila und Kagame hätten sich mit einem Regionalgipfel über den Kongo-Konflikt in der kenianischen Hauptstadt Nairobi einverstanden erklärt. (küs/dpa)

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