Politik : Konservativer Batlle siegt in Stichwahl gegen sozialistischen Herausforderer Vazquez

Carl D. Goerdeler

Er sei ein Mann mit politischer Erfahrung, hatte der 72-jährige Jorge Batlle den Wählern immer wieder eingetrichtert. "Keine Experimente!", das war seine Botschaft. Und offensichtlich kam diese Botschaft an. Die Wähler in Uruguay gaben am vorigen Sonntag in einer Stichwahl ihm und nicht dem 59-jährigen Sozialisten Tabare Vazquez den Zuschlag für das höchste Amt im Staate. Dabei hatte es bei den allgemeinen Wahlen am 31. Oktober ganz anders ausgesehen; da errang Tabare Vazquez, der Krebsspezialist und ehemalige Bürgermeister der Hauptstadt, mit 39 Prozent der gültigen Stimmen den höchsten Zuspruch vor den beiden anderen Kandidaten, Jorge Batlle (31 Prozent) und Luis Lacalle (21 Prozent). Doch der alte Fuchs Jorge Batlle wusste, was zu tun war: nämlich die Stimmen der "Blancos" und ihres Kandidaten Luis Lacalle für sich zu gewinnen - gegen Tabare Vazquez und seine "Frente Amplio" aus geläuterten Kommunisten, Anarchisten und demokratischen Sozialisten. Eine Koalition der bürgerlichen Traditionsparteien, der "Colorados" und der "Blancos", die sich früher bis aufs Messer bekämpften, hat Jorge Batlle zum Sieg verholfen.

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