Politik : Kontensperrung gegen Terror

Die USA und Großbritannien weiten ihren Anti-Terror-Krieg an der Finanzfront aus. Sie wiesen am Samstag alle Banken in den beiden Ländern an, das Vermögen von 25 Terrororganisationen einzufrieren. Die US-Regierung setzte 22 zusätzliche ausländische Gruppen auf ihre Liste von Organisationen und Einzelpersonen, die nach US-Meinung den Terrorismus rund um die Welt finanzieren helfen. Es war das erste Mal, dass die am 23. September veröffentlichte Liste über Unterstützer der Terrororganisation El Qaida hinaus ausgedehnt wurde. Hinzugefügt wurden unter anderem mehrere palästinensische Gruppen.

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Themenschwerpunkte: Krieg - Afghanistan - Bin Laden - Islam - Fahndung - Bio-Terrorismus
Fotostrecke: Der Krieg in Afghanistan Die britische Regierung veröffentlichte eine Liste mit den Namen von 25 Terror-Organisationen. Darunter waren die nordirische "Wahre IRA", die baskische Eta und die kurdische PKK. Bisher seien bereits Vermögen von 36 Konten mit einem Gesamtwert von 63 Millionen Pfund (195 Millionen Mark/97,5 Millionen Euro) eingefroren worden, teilte Finanzminister Gordon Brown in London mit. US-Präsident George W. Bush drohte mit Sanktionen gegen ausländische Banken, die Guthaben von Organisationen oder Personen auf der Liste nicht einfrieren. Die Erweiterung der "schwarzen Liste" könnte laut Beobachtern verstärkten Druck auf die palästinensische Führung und die Regierungen von Iran und Syrien bedeuten, die Gruppen wie Hamas, Hisbollah und den islamischen Dschihad unterstützen.

Der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September, Osama bin Laden, warnte die arabischen Staats- und Regierungschefs vor einer Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen gewarnt. In einem Video, das der arabische Sender El Dschasira am Samstag ausstrahlte, sagte Bin Laden, moslemische Staatschefs, die mit den UN kooperierten, seien Ungläubige. Zudem kritisierte der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September die US-Angriffe auf Afghanistan als ungerecht und grausam. Weiter erklärte er, arabische Staatschefs, die sich an Friedensverhandlungen der Vereinten Nationen beteiligten, verleugneten den Propheten Mohammed.

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